Der Premiumhersteller wäre stärker betroffen als Rivale Mercedes. Denn BMW fertigt seit 2021 den vollelektrischen iX3 für den Weltmarkt im chinesischen Shenyang, wo das Unternehmen ein Joint Venture mit Brilliance Automotive betreibt. Zu den nach Europa importierten Stückzahlen hält sich BMW offiziell bedeckt. Die Analysespezialisten von Dataforce schätzten für 2023 eine Zahl von 18.000 iX3, die aus China nach Europa importiert wurden.
Dazu kommen seit diesem Jahr zwei Modelle der BMW-Marke MINI, die ebenfalls in China für Europa entstehen. Ende des Jahres begann die Serienfertigung des MINI Cooper, vor kurzem auch die für den MINI Aceman. BMW und Great Wall Motors errichteten zu diesem Zweck in einem Joint Venture im chinesischen Zhangjiagang ein Werk mit einer Jahreskapazität von 160.000 Fahrzeugen. Erste Modelle sind bereits in Europa eingetroffen. Zur Orientierung: Die Marke MINI setzte vergangenes Jahr 45.193 vollelektrische Modelle ab, einen Großteil davon in Europa.
CEO Oliver Zipse äußerte nicht zuletzt deswegen drastische Kritik an den geplanten EU-Maßnahmen: "Über die Hälfte der chinesischen Importe nach Europa sind von nicht-chinesischen Unternehmen. Daran sieht man sehr deutlich, wie schnell man sich damit ins Knie schießen kann."
Doch BMW hat strategische Möglichkeiten, höheren Zöllen effektiv zu begegnen: Das Stammwerk von MINI in Oxford wird aktuell zum reinen Elektrostandort umgebaut und soll ab 2026 die Nachfolgemodelle des aus China importierten MINI Cooper aufnehmen. Der iX3 aus Shenyang für den Weltmarkt läuft ohnehin aus, wenn Ende 2025 das erste SUV-Modell auf Basis der Neuen Klasse an den Start geht, das in Debrecen für Europa und in Shenyang dann nur noch für China vom Band läuft.