Seit 1. September 2023 steht Gernot Döllner an der Spitze von Audi. Mit seinem Sofortprogramm "Audi Agenda" will der neue CEO das Unternehmen nach längerer Krise wieder in die Spur bringen. Die Marke Audi wird sich aber nicht nur deswegen zukünftig stark verändern. Was genau Gernot Döllner vorhat, verrät er der Automobilwoche.
Herr Döllner, Sie haben Audi in enorm herausfordernden Zeiten als CEO übernommen. Sind Sie als Feuerwehrmann geholt worden?
Gernot Döllner: Nein, ich bin nach Ingolstadt gekommen, um Audi wieder weiter nach vorne zu bringen. Darum geht es. Die Bereiche, in denen wir ansetzen möchten, haben wir im Vorstandsteam schon direkt nach meinem Start zusammen in der Audi Agenda definiert und die setzen wir um. Wenn ich zurückblicke, hätte ich mir im September nicht träumen lassen, dass wir jetzt schon so weit in der Umsetzung sind.
Wie war Ihr Blick auf Audi, als Sie angefangen haben?
Natürlich hatte ich, schon bevor ich das Amt übernommen habe, einen Blick auf die Marke. Ich bin seit mehr als 30 Jahren im Konzern. Für mich sind die Schwerpunkte klar: die Produktstrategie schärfen, den Markenslogan „Vorsprung durch Technik“ wieder stärker in den Mittelpunkt rücken und uns dafür mit der entsprechenden Technologie ein eindeutiges Profil geben. Zudem gilt es, die Marke Audi im globalen Wettbewerb zu stärken. Hier ist China aktuell sicherlich die größte Herausforderung. Mit den Schritten, die wir in all diesen Punkten eingeleitet haben, sind wir auf einem guten Weg.
Was genau haben Sie eingeleitet?
Im Kern der Agenda stehen wie gesagt die vier Schwerpunkte: Produkt, Technologie, Marke und die Regionen China und Nordamerika. Das Wichtigste war zunächst, die Produktstrategie in dreierlei Hinsicht zu entzerren. Als erstes die Anläufe der beiden ersten Modelle auf der PPE-Plattform, Q6 e-tron und A6 e-tron. Dann die mehr als 20 geplanten Modellanläufe bei E-Modellen, Verbrennern und Plug-in-Hybriden 2024 und 2025. Und schließlich ein fokussiertes und weniger komplexes Ziel-Portfolio bis 2030.