Stuttgart. Der weltgrößte Automobilzulieferer Bosch ist gut ins Jahr 2006 gestartet, sieht jedoch die Beschäftigung in Deutschland durch den Tarifabschluss in der Metallindustrie gefährdet. "Das Umfeld bleibt besonders in Asien dynamisch, aber auch in Europa sehen wir eine Belebung", sagte Bosch-Chef Franz Fehrenbach am Donnerstag in Stuttgart: Alleine im ersten Quartal habe Bosch beim Umsatz rund zehn Prozent zugelegt, für das Gesamtjahr erwartete er ein Umsatzwachstum von "fünf plus x Prozent". Den Tarifabschluss in der Metallindustrie bewertete Bosch dagegen eher negativ. Geschäftsführungsmitglied Wolfgang Malchow sagte der Automobilwoche, das Unternehmen werde durch den Abschluss nach derzeitigen Konditionen beim Ergebnis mit 125 Millionen Euro belastet. Der Abschluss sei nicht sehr positiv für die Beschäftigung in Deutschland, sagte Fehrenbach.
2005 war für den Stuttgarter Industriekonzern ein erfolgreiches Jahr. Der Umsatz stieg um 6,4 Prozent auf 41,5 Milliarden Euro. Die Erlöse des größten Geschäftsbereiches Kraftfahrzeugtechnik legten um 5,4 Prozent auf 26,3 Milliarden Euro zu. Gebrauchsgüter und die Gebäudetechnik konnten erstmals die Zehn-Milliarden-Euro-Grenze bei den Erlösen erreichen (plus 6,1 Prozent). Das Vorsteuerergebnis erhöhte sich von 2,7 Milliarden auf 3,2 Milliarden Euro - dies bedeute eine Umsatzrendite von 7,7 Prozent. Fehrenbach sagte, Bosch strebe weiterhin eine Umsatzrendite von sieben bis acht Prozent an.
Die Region Asien/Pazifik lag 2005 mit 16 Prozent Umsatzplus an der Spitze des Wachstums. In Nord- und Südamerika stiegen die Erlöse um elf Prozent. Damit sei der Anteil am außereuropäischen Geschäft bei Bosch von 32 auf 34 Prozent geklettert. Künftig werde die Wachstumsregion Asien-Pazifik der Schwerpunkt des internationalen Ausbaus sein. Zwischen 2005 und 2008 sollen vor allem in China und Indien rund 1,6 Milliarden Euro investiert werden. In Deutschland wird allerdings allein 2006 rund eine Milliarden Euro investiert.
Die Globalisierung zeigt sich auch in der Personalentwicklung. 2006 werde die Mitarbeiterzahl von 251.000 auf rund 260.000 steigen. Der Zuwachs entstehe im Ausland, in Deutschland (knapp 110.000) solle die Mitarbeiterzahl annähernd stabil bleiben, sagte der Chef der Robert Bosch GmbH. 2005 nahm die Mitarbeiterzahl einschließlich der Akquisitionen um 13.000 zu. In Deutschland gab es 1500 neue Jobs, wobei vor allem Ingenieure eingestellt wurden. Zum angeblichen Interesse von Bosch an Teilen des insolventen US- Zulieferers Delphi sagte Fehrenbach, zunächst müsse das Sanierungskonzept von Delphi genehmigt werden. Erst dann wisse man, welche Teile zum Verkauf stünden und erst dann machten Gespräche Sinn. (kfl/dpa/feb)