++++16:30 Uhr++++
Beim Onlineportal MeinAuto.de ist die Nachfrage nach Dieselmodellen eingebrochen. In den vergangenen vier Tagen habe der Anteil der Anfragen nur noch bei 17,76 Prozent gelegen, sagte Vorstandschef Alexander Bugge. Lesen Sie mehr
++++16:00 Uhr++++
SPD, Grüne und Linke fordern Nachbesserungen an Dieselmotoren älterer Autos auf Kosten der Hersteller. Wenn die Konzerne Anstand und Weitblick hätten, würden sie freiwillig Nachrüstungen bezahlen, sagte der Grünen-Fraktionsvorsitzende Anton Hofreiter am Donnerstag im Bundestag. "Sie könnten es sich auch leisten", sagte er mit Blick auf Milliarden-Dividenden. Es sei skandalös, dass die Regierung die Hersteller mit ihrer bisherigen Weigerung durchkommen lasse.
++++15:30 Uhr++++
Seitdem das Urteil gefallen ist, überlegen immer mehr Dieselbesitzer, gegen die Hersteller zu klagen. Das berichtet „Spiegel Online“ unter Berufung auf mehrere Kanzleien. "Das Interesse von Dieselbesitzern an Klagen gegen die Hersteller ist gigantisch geworden und steigt jetzt immer weiter", sagt beispielsweise Ralf Stoll von der Kanzlei Stoll & Sauer. Der Rechtedienstleister MyRight bekam in zwei Tagen 800 neue Anfragen, rund zehnmal mehr als sonst. Die Chancen für Klagen schätzen die Anwälte allerdings als eher gering ein.
++++15:00 Uhr++++
Das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts ist auch Thema in den sozialen Medien - und stößt dort überwiegend auf Ablehnung. 64 Prozent der Nutzer sprechen sich einer Analyse von Vico Research & Consulting zufolge gegen Fahrverbote aus.
++++ 14:00 Uhr ++++
Die drohenden Diesel-Fahrverbote bringen Deutschlands Handwerker gegen die Autoindustrie auf. Da viele Betriebe fürchten, mit ihren Fahrzeugen bald nicht mehr in die Innenstädte fahren zu dürfen, verlangte der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) von den Herstellern, die Kosten für Nachrüstungen der Motoren zu übernehmen. Die von der Industrie angebotenen Updates der Motor-Software reichten nicht aus.
"Da sind gerade im Handwerk viele Fahrzeuge unterwegs, die kriegen Sie nur im Straßenverkehr gehalten mit einer Nachrüstung der Hardware", sagte ZDH-Generalsekretär Holger Schwannecke in München. "Wer das (die Fahrzeuge) nicht anständig in den Markt bringt, der muss hinterher auch dafür sorgen, dass es nachher vernünftig funktioniert. Da macht sich die Industrie zu schnell einen schlanken Fuß."
++++ 13:45 Uhr ++++
Bei Daimler heißt es, man beschäftigen sich mit dem Thema „Hardware-Lösungen“ intensiv, doch habe sich die Einschätzung dazu nicht geändert. "Wir sehen gravierende Nachteile", heißt es dort.
- Eine Hardware-Umrüstung bedeute in aller Regel einen tiefen Eingriff in das Steuerungssystem und die Fahrzeugarchitektur. "Über die Auswirkungen der Änderungen im Dauerbetrieb eines Fahrzeugs gibt es noch keine gesicherten Erkenntnisse", so Daimler.
- "Eine Umsetzung unter den derzeitigen Bedingungen würde eine lange Zeit für Entwicklung, aber insbesondere auch für Tests und den behördlichen Zulassungsprozess benötigen, um die Qualität und die Sicherheit der Produkte zu gewährleisten", gibt der Hersteller zu bedenken. "Insgesamt gehen wir für eine Umsetzung von mindestens 2 bis 3 Jahren im günstigsten Fall aus, bei den allermeisten Modellen würde es noch länger dauern", so heißt es aus Stuttgart.
- Der technische und wirtschaftliche Aufwand für flächendeckende Hardwarelösungen ist aus Sicht von Daimler "viel zu hoch". "Sofern technisch überhaupt umsetzbar würden wirkungsvolle Hardware-Lösungen unserer Einschätzung nach Tausende Euro pro Fahrzeug kosten", so der Hersteller. Man konzentriere sich daher auf Software-Lösungen, die bei über 3 Millionen Mercedes-Benz Fahrzeugen für eine Verringerung der NOx-Emissionen um 25 bis 30 Prozent im normalen Fahrbetrieb sorgen sollen.
++++ 13:00 Uhr ++++
Bosch-Mobility-Chef Rolf Bulander sieht das Urteil kritisch. "Weil wir glauben, dass es andere Lösungen gibt als Fahrverbote. Es bedarf eines ganzen Bündels an Maßnahmen, um die Grenzwerte einzuhalten. Dazu gehören unter anderem auch die Flottenerneuerung und die Verstetigung des Verkehrs".
Er rechne nicht mit einem noch schnelleren Rückgang der Diesel-Nachfrage. Aber klar seim dass der Konsument nun sichere Randbedingungen für Dieselfahrzeuge verlange. "Zukünftige Dieselfahrzeuge sind in der Lage, Stickoxidgrenzwerte auch unter den Bedingungen des RDE-Tests auf der Straße einzuhalten. Zudem leistet der Diesel einen wichtigen Beitrag zur CO2-Reduzierung", betonte Bulander.
++++ 12:00 Uhr ++++
Michael Tzatzios, Leiter Gebrauchtwagenmanagement bei Dekra ist der Meinung, dass die Politik nun Klarheit zur Nutzung der Diesel-Technologie schaffen müsse. "Wir brauchen endlich ein umfassendes Mobilitätskonzept für dieses Land. 2017 ist der Absatz von gebrauchten Dieselfahrzeugen um 13 Prozent zurückgegangen, während der Absatz von Benzinern in gleichem Maß zugelegt hat."
Wer ein Euro-5-Fahrzeug besitzt, sollte Ruhe bewahren, mahnt Tzatzios. "Einen Verkauf derzeit ist nicht ratsam, da auch viele Leasingfahrzeuge der Hersteller zurückkommen und bei den Händlern auf Halde stehen. Wenn es klare Regelungen gibt, könnte die Akzeptanz und auch der Preis von Dieselfahrzeugen wieder steigen.“
++++08:45 Uhr ++++
Nach dem Grundsatzurteil des Bundesverwaltungsgerichts warnt Bayerns Verkehrs-, Bau- und Innenminister Joachim Herrmann vor möglichen Diesel-Fahrverboten. "Wir sind dagegen, dass wir einzelnen Dieselbesitzern den Gebrauch ihres Autos verbieten", sagte der CSU-Politiker am Donnerstag im gemeinsamen Morgenmagazin von ARD und ZDF. Man dürfe nun nicht "panisch von einem Schnellschuss zum anderen fahren. Weiterhin gilt der Standpunkt, dass wir Fahrverbote so weit wie irgendwie möglich vermeiden wollen."
Im Streit um Nachrüstungen für besonders schmutzige Dieselautos appellierte Herrmann an die Verantwortung ausländischer Autobauer. Anbieter, die sich bisher nicht am Dieselfonds von Bund und deutscher Autoindustrie beteiligen, müssten ihren Beitrag leisten: "Es geht nicht nur um die deutschen (Autokonzerne). Auf unseren Straßen fahren auch Autos von Fiat und Peugeot herum."
++++08:30 Uhr++++
Nach dem Urteil über mögliche Fahrverbote für Millionen von Dieselfahrzeugen erhöht die geschäftsführende Bundesregierung den Druck auf die Autohersteller. "Wer seinen Diesel nachrüsten kann und will, der sollte einen Anspruch darauf haben, dass der Hersteller das übernimmt", sagte Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) der "Süddeutschen Zeitung" (Donnerstag). Das stehe den Verbrauchern zu. "Es darf nicht sein, dass jetzt nur noch über Plaketten diskutiert wird und dabei die eigentlichen Verursacher des Problems aus dem Blick geraten."
++++08:15 Uhr++++
Nach dem Urteil über Fahrverbote in Städten rechnen Experten mit deutlich sinkenden Preisen für gebrauchte Dieselautos. "In den nächsten Wochen dürften die Preise für gebrauchte Diesel kräftig in den Keller gehen", sagte Auto-Branchenexperte Ferdinand Dudenhöffer.
Sein Kollege Stefan Bratzel bestätigte, ohnehin sei es in der Fahrverbotsdebatte mit den Preisen bergab gegangen: "Das dürfte sich mit dem Urteil beschleunigen." Die Verbraucher müssten vermutlich mit den Verlusten beim Verkauf ihrer alten Autos leben.
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