Um nicht zu viele Fahrzeuge auf Halde zu haben, tritt Opel bei der Fertigung inzwischen massiv auf die Bremse. Im Werk Eisenach wollte der Autobauer nach Angaben aus dem Unternehmensumfeld im Anschluss an die Werksferien zunächst eine Woche Kurzarbeit einlegen und die Taktzahl von 37 auf 30 Einheiten pro Stunde herabsetzen. Dies hatten in der vergangenen Woche mit der Sache vertraute Personen der Automobilwoche gesagt.
Weil es einen Auftragsstau gab durch die Streiks beim Zulieferer Halberg Guss wurde diese Entscheidung aber wieder zurückgenommen, hieß es aus dem Umfeld des Unternehmens. Die Taktzahl sei nicht herabgesetzt worden, es werde weiter im Zwei-Schicht-Betrieb gearbeitet, hieß es. Offiziell äußerte sich Opel nicht zur Auslastung und zu den Taktzahlen in seinen Werken.
Bereits vereinbart worden war, dass in Eisenach 450 der bislang 1800 Stellen gestrichen werden. Dies soll ohne betriebsbedingte Kündigungen erfolgen. In Eisenach werden Corsa und Adam gebaut. Ab 2019 soll in dem Thüringer Werk das Kompakt-SUV Grandland X gefertigt werden.
Auch in Rüsselsheim wird die Produktion verringert, die Taktzahl sinkt dort dem Vernehmen nach von 55 auf 42 Fahrzeuge pro Stunde. Im polnischen Werk Gliwice war der Takt zuvor bereits von 40 auf 25 verringert worden.
Wie lange die Produktion mit angezogener Handbremse laufen soll, ist unklar. Belegschaftsvertreter befürchten, dass dies sehr lange der Fall sein könnte.
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