Wolfsburg. Volkswagen hat die IG Metall zu Gesprächen über die Sicherung der Jobs und eine Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit aufgefordert. Das teilte die Gewerkschaft am Mittwoch in Hannover mit. Einzelheiten oder konkrete Forderungen des Unternehmens gebe es aber noch nicht, sagte IG-Metall-Verhandlungsführer Hartmut Meine. Von Volkswagen war am Mittwoch keine Stellungnahme zu erhalten. Der Konzern will mit der Arbeitnehmerseite in konkrete Verhandlungen über das seit langem diskutierte Restrukturierungsprogramm eintreten.
VW-Vorstandschef Bernd Pischetsrieder hatte das Sparprogramm bereits im Februar für die Marke VW angekündigt, die vergleichsweise teuer produziert wird und Überkapazitäten hat. Im Kern soll es um die künftige Umsetzung des derzeit gültigen Tarifvertrages gehen, der betriebsbedingte Entlassungen bei VW bis 2011 ausschließt. Diese Zusicherung hat VW bisher offiziell nicht angetastet. Auch in dem Brief von Personalvorstand Bernd Neumann an die IG Metall sichert VW zu, sich zum Tarifvertrag zu bekennen.
IG Metall-Verhandlungsführer Meine sagte, die Gewerkschaft werde zunächst intern beraten, ob es zu Gesprächen zwischen den Tarifvertragsparteien komme. "Wir wissen um die schwierige Lage im Unternehmen. Der Blick muss aber auf die wahren Probleme bei VW und deren Ursachen gelenkt werden", erklärte Meine. Für "Verzichtsorgien" zu Lasten der Beschäftigten stehe die IG Metall nicht zur Verfügung.
VW-Markenvorstand Wolfgang Bernhard hatte am Dienstag für großen Wirbel mit seiner Äußerung gesorgt, für rund 1.200 Beschäftigte im Stammwerk Wolfsburg gebe es von Mitte Juni an keine Arbeit mehr, wenn die Produktion des alten Golf-Kombis ausläuft. Von dem Restrukturierungsprogramm könnten bis zu 20.000 Beschäftigte betroffen sein, hieß es mehrfach.
Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) forderte die Tarifvertragsparteien am Mittwoch auf, sich nun schnell an einen Tisch zu setzen. Ziel der Gespräche müsse es sein, die Kosten zu senken und eine bessere Auslastung des VW-Stammwerkes Wolfsburg zu erreichen, sagte ein Sprecher Wulffs. Erst am Ende der Gespräche werde man sehen können, ob die Restrukturierung ohne Stellenabbau möglich sei. Das Land Niedersachsen ist nach Porsche der zweitgrößte Anteilseigner von VW. (dpa/mm)