Braunschweig/ Wolfsburg. Im Rahmen der Aufklärung der so genannten VW-Affäre um Schmiergeldzahlungen und kostspielige Lustreisen könnten schon bald zwei namhafte Zeugen vernommen werden. Bernd Pischetsrieder, der VW-Vorstandsvorsitzende, und Ferdinand Piech, Chef des VW-Aufsichtsrats, sollen nach Angaben der Nachrichtenagentur dpa eine Vorladung der Ermittler erhalten haben.
Demnach habe der Sprecher der Staatsanwaltschaft Braunschweig, Klaus Ziehe, die Zeugenvorladungen zumindest indirekt bestätigt. Man werde bis zum Abschluss der Ermittlungen "alle Erkenntnisquellen" ausschöpfen, wird Ziehe zitiert. Entscheidungen über mögliche Anklageerhebungen oder Einstellungen von Verfahren seien aber noch nicht gefallen.
Nach Aussage eines Sprechers der Volkswagen AG sei in der Unternehmenszentrale noch keine Vorladung für eine Zeugenaussage Pischetsrieders eingegangen: "Wenn sie eingeht, ist es aber keine Frage, dass er zur Aufklärung beiträgt."VW und vor allem Pischetsrieder seien an einer rückhaltlosen Aufklärung der Affäre interessiert und unterstützten die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft nach Kräften.
Ähnlich hatte sich ein Mitglied des VW-Aufsichtsrats bereits vor einigen Tagen gegenüber Automobilwoche geäußert: "Bernd Pischetsrieder hat fraglos größtes Interesse an einer umfassenden und möglichst raschen Durchleuchtung all der unappetitlichen Geschichten", so der Aufseher. "Negative Schlagzeilen dieser Art kann VW schon angesichts der angespannten wirtschaftlichen Situation wirklich nicht gebrauchen".