München . Der Maschinenbau- und Nutzfahrzeugekonzern MAN hat seine Neuordnung besiegelt und steuert weiter auf Wachstumskurs. Zur Hauptversammlung am Freitag gab der Aufsichtsrat grünes Licht für den Verkauf der Mehrheit an der Druckmaschinentochter MAN Roland an eine Beteiligungsgesellschaft der Allianz. "Die neue MAN ist damit konzentriert auf die Bereiche Transport, Antrieb und Energie", sagte Konzernchef Hakan Samuelsson vor den rund 1.600 Aktionären. In den ersten vier Monaten konnte der Konzern vor allem dank der anhaltend lebhaften Nachfrage nach Lastwagen und Turbomaschinen weiter zulegen. Dennoch werde man das begonnene Strukturprogramm zur Kostensenkung konsequent umsetzen, sagte Samuelsson.
Zum 1. Juli gibt der Konzern die Mehrheit an MAN Roland an eine Beteiligungsgesellschaft der Allianz ab. Der Veräußerung liege ein Unternehmenswert der MAN Roland Gruppe von 856 Millionen Euro zu Grunde, sagte Samuelsson. "Das entspricht unserer Auffassung von einem fairen Preis, die auch durch externe Bewertungen unterstützt wird." Den Verkaufspreis nannte der Konzernchef zunächst nicht. MAN Roland wird von einem Beteiligungsunternehmen übernommen, an dem MAN zu 35 Prozent und die Beteiligungsgesellschaft Allianz Capital Partners (ACP) zu 65 Prozent beteiligt sind. Das Geschäft wird durch einen Kredit eines Konsortiums unter Führung der HypoVereinsbank finanziert sowie durch 275 Millionen Euro Eigenkapital der Gesellschafter ACP und MAN.
In den ersten vier Monaten blieb MAN auf Wachstumskurs. Die Umsätze legten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um vier Prozent auf 4,2 Milliarden Euro zu. Beim Auftragseingang verbuchte der Konzern ein Plus von 13 Prozent auf 5,6 Milliarden Euro. Dabei ist allerdings ein Großauftrag des britischen Militärs aus dem Vergleichswert des vergangenen Jahres herausgerechnet, der allein ein Volumen von 1,4 Milliarden Euro hatte. Den Großauftrag einbezogen habe der Bestelleingang in den ersten vier Monaten dieses Jahres um elf Prozent unter Vorjahreswert gelegen, sagte ein Unternehmenssprecher.
Für das laufende Jahr bekräftigte Samuelsson die Ziele. In einem erfreulichen wirtschaftlichen Umfeld werde man den Umsatz von 13 Milliarden Euro voraussichtlich um fünf Prozent steigern können. Die ursprünglich für 2007 angepeilte konzernweite Umsatzrendite von sechs Prozent solle noch in diesem Jahr überschritten werden. Von den geplanten Kostensenkungen stünden derzeit noch insgesamt 200 Millionen Euro aus. Der Schwerpunkt liege mit 150 Millionen Euro bei den Nutzfahrzeugen.
Bei der Verbesserung der Kostenstruktur setzt MAN unter anderem auf ein neues Lkw-Montagewerk in Krakau, das 2007 mit der Produktion beginnen soll. Aktionärsschützer lobten die Fortschritte von MAN seit Antritt von Samuelsson vor knapp eineinhalb Jahren. "Dornröschen ist zur Freude der Aktionäre endlich wachgeküsst worden", sagte Daniela Bergdolt von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz. Sie äußerte aber auch die Befürchtung, dass die gute Aktienkursentwicklung der vergangenen Monate an ein Ende kommen könnte. (dpa/mm) Foto: MAN