Esslingen. Der Abgasspezialist Eberspächer musste im vergangenen Jahr seiner weltweiten Expansion Tribut zollen. Zwar stiegen die Erlöse kräftig um 11,6 Prozent auf 1,6 Milliarden Euro an. Vor allem die Restrukturierung einer Fabrik in Frankreich und Aufwendungen für neue Werke in Nordamerika drückten das Ergebnis von 6,6 Millionen auf 0,4 Millionen Euro, sagte Martin Peters, einer der beiden geschäftsführenden Gesellschafter des Familienbetriebs, am Dienstag in Esslingen. "Unter dem Strich sind wir mit den Ergebnissen des Jahres 2005 nicht zufrieden." Peters kündigte für 2006 ein Umsatzplus von etwa zehn Prozent und eine Umsatzrendite in Höhe von ein bis zwei Prozent an.
Im Hauptwerk in Neunkirchen/Saar sei die Restrukturierung noch in vollem Gange – bis 2007 solle ein Betrag in zweistelliger Millionenhöhe eingespart werden. Einen größeren Mitarbeiterabbau (Stand Januar 2006: 1.874) werde es aber nicht geben, wurde betont. Im Stammwerk Esslingen (rund 1.000 Mitarbeiter) werde intensiv mit Betriebsrat und Gewerkschaft über die Rückkehr zur 40-Stunden-Woche verhandelt. Im Gegenzug könne es erstmals eine Gewinnbeteiligung für Mitarbeiter geben.
Die Eberspächer Holding GmbH & Co. KG steigerte ihren Auslands-Umsatz 2005überproportional um 16 Prozent und kam erstmals auf 52 Prozent Auslandsanteil. "Der nordamerikanische Markt entwickelt sich zum zweiten Standbein des Geschäftsbereichs Abgastechnik", sagte Peters. Beim Mercedes-Werk in Tuscaloosa wurde eine neue Fabrik eröffnet. Zu den Neuentwicklungen von Eberspächer gehört auch ein Schalldämpfungssystem, dass den Auspuff-Sound stark verändern kann. So könne ein Vierzylinder-Motor wie ein Acht-Zylinder klingen oder, was für Märkte wie USA oder Japan wichtig sei, ein Diesel nicht mehr wie ein Diesel, sagte Gesellschafter Heinrich Baumann. (dpa/mm)