Stuttgart. Der Stuttgarter Automobilhersteller Porsche will weitere 3,9 Prozent der Stammaktien der Volkswagen AG erwerben. Damit würde Porsche seinen Anteil auf 25,1 Prozent der Stimmrechte erhöhen und damit eine aktienrechtliche Sperrminorität erreichen, teilte Porsche am Freitag in Stuttgart mit. Porsche hätte dann, wenn das VW-Gesetz vor dem europäischen Gerichtshof fallen sollte, die notwendige Sperrminorität, um etwa Hedge Fonds ("Heuschrecken") abwehren zu können, sagte ein Insider. Der gesamte Einstieg bei VW, insgesamt der Aufstockung auf 25,1 Prozent, dürfte Porsche dann rund 3,5 Milliarden Euro gekostet haben.
Porsche hat am Freitag beim Bundeskartellamt eine entsprechende Anfrage gestellt und um die kartellrechtliche Freigabe der geplanten Beteiligungsaufstockung nachgesucht. Schwierigkeiten erwarte man dabei nicht, sagte ein Porsche-Sprecher. Porsche hatte bisher 21,2 Prozent der VW-Aktien im Besitz und war damit schon größter Einzelaktionär. Nach dem VW-Gesetz hat Porsche mit seinen über 21,2 Prozent auch eine Sperrminorität. Zweitgrößter Aktionär bei Volkswagen ist das Land Niedersachsen mit 20,8 Prozent. Mit einer Sperrminorität könne man vieles blockieren, hieß es. Dazu gehörten auch Beschlüsse von Hauptversammlungen. Porsche habe damit einen "wichtigen Hebel" in der Hand.
Porsche ist bisher im Aufsichtsrat mit zwei Vertretern, darunter Porsche-Chef Wendelin Wiedeking vertreten. Zu den Sanierungsprojekten, die derzeit bei Volkswagen laufen, äußerte sich Porsche am Freitag nicht. Ein Sprecher sagte: "Wir sagen öffentlich nichts zur Modellpolitik". Diese Themen müssten in den Gremien und nicht in der Öffentlichkeit geführt werden. Porsche rechnet jetzt mit einer zügigen Freigabe des Vorhabens durch die Kartellbehörde. Sobald diese vorliege, könne die Aktienaufstockung erfolgen. Eine Entscheidung darüber, wann die Beteiligungserhöhung letztendlich erfolgen soll, sei allerdings noch nicht getroffen worden. Um keinen Kursrisiken ausgesetzt zu sein, hatte die Dr. Ing. h.c.F.Porsche AG Kurssicherungsgeschäfte abgeschlossen, die den Erwerb der Stammaktien zu einem gesicherten Kurs ermöglichen. (dpa/mm)