Bochum. Aus Protest gegen drohende Werksschließungen und Stellenabbau beim Mutterkonzern General Motors (GM) hat die Frühschicht des Opel-Werkes in Bochum am Dienstag ihre Arbeit niedergelegt. "Kein Arbeitsplatz in keinem Standort ist vor den Fehlern dieses Managements mehr sicher", sagte der IG-Metall Bezirksleiter in NRW, Detlef Wetzel. Gewerkschaft und Betriebsrat sehen bis 2014 in Europa rund 30.000 Arbeitsplätze bei GMund den angeschlossenen Zulieferern bedroht. An dem mehrstündigen Ausstand in Bochum beteiligten sich weit mehr als 1.000 Beschäftigte.
Nach Angaben des Betriebsrates droht dem Werk in Azambuja (Portugal) mit 1.150 Beschäftigten das Aus, in England soll im Sommer eine Schicht mit 1.000 Arbeitsplätzen wegfallen. Die drohende Schließung in Azambuja sei nur der Anfang einer neuen Entlassungsspirale bei GM, sagte Wetzel vor den Opel-Arbeitern. Es sei zu befürchten, dass künftig noch mehr Arbeitsplätze aus Kostengründen nach Osteuropa verlagert werden. "Es gibt Pläne von General Motors, die lauten, dass zwei bis drei Werke zu viel sind und folglich geschlossen werden könnten", sagte Betriebsratschef Rainer Einenkel bei der Protestversammlung: "Kein einziges Werk kann sich in Sicherheit wiegen." In Deutschland werden bis 2007 rund 9.000 der ehemals 32.000 Stellen abgebaut. Das Aus für das Werk in Bochum konnte 2004 abgewendet werden.
Die Opel-Arbeiter waren mit Trillerpfeifen und roten Fahnen zu der Protestversammlung in Bochum gekommen. Auf Transparenten mahnten sie die Solidarität der GM-Arbeiter in Europa an:"Gemeinsam unbesiegbar" und "Lasst uns mit GM Klartext reden" stand auf den Plakaten. "Wir wollen, dass die Werksschließung zurückgenommen werden und kämpfen um jeden einzelnen Arbeitsplatz in Europa", sagte Opel-Arbeiter Paul Fröhlich vor dem Werkstor und kritisierte:"Wir machen jeden Samstag Überstunden und am Arbeitsamt Bochum stehen sich die Leute die Füße platt." (dpa/mm)