Stuttgart. Die Staatsanwaltschaft Stuttgart hat nun auch offiziell die Ermittlungen gegen DaimlerChrysler-Aufsichtsrats-Chef Hilmar Kopper eingestellt. Es habe ihm kein Verstoß gegen die Insiderregeln im Zusammenhang mit der Rücktrittsankündigung des damaligen DaimlerChrysler-Chefs Jürgen Schrempp im Juli 2005 nachgewiesen werden können, erklärte die Anklagebörde in Stuttgart. Kopper hatte bereits am 12. April auf der Hauptversammlung des Autokonzerns in Berlin die Verfahrenseinstellung angekündigt.
Von mehreren Seiten war dem Unternehmen vorgeworfen worden, die Informationen über den Schrempp-Rückzug am 28. Juli, die einen massiven Kursanstieg der Aktie ausgelöst hatten, seien zu spät veröffentlicht worden oder Dritte hätte zuvor davon erfahren. Im Zuge der Ermittlungen in einem anderen Verfahren war die Staatsanwaltschaft auf Kopper gestoßen, der angeblich Informationen an den Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann gegeben haben soll.
"Die Ermittlungen haben den Verdacht nicht bestätigt", erklärte nun die Staatsanwaltschaft. Dies hätten auch Feststellungen der ebenfalls an dem Verfahren beteiligten Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) ergeben.
In Stuttgart wird derzeit ein Musterverfahren vorbereitet, bei dem es um Klagen von Kleinaktionären geht, die sich zu spät von der Personalie Schrempp informiert fühlten und Verluste beim Verkauf von Aktien beklagen. (dpa/mm)