Der Chef des französischen Reifenherstellers Michelin Michel Rollier, will das Unternehmen nach dem Tod des Co-Chefs Edouard Michelin vorerst allein weiterführen. Das sagte Rollier der "Financial Times" (Montagausgabe). Im Mai war Edouard Michelin bei einem Angelausflug vor der Küste der Bretagne ums Leben gekommen. Der 1963 geborene Manager war seinem Vater 1999 als Unternehmenschef gefolgt. Am Markt hatten Gerüchte die Runde gemacht, Rollier werde die Doppelspitze beibehalten und den früheren Co-Chef Rene Zingraff vom Altenteil zurückbitten.
Außerdem will Rollier bei der Umstrukturierung des 130.000 Angestellte zählenden Reifenkonzerns auf Kündigungen verzichten. Dennoch stehen tausende von Arbeitsplätzen zur Disposition. Michelin will die Arbeitskosten verringern, indem viele Stellen nach der für 2010 erwarteten Pensionierungswellen nicht wieder besetzt werden.
Der Tod Edouard Michelins führte das Unternehmen in einer Führungskrise, da traditionell eine der beiden Spitzen mit einem Mitglied der Gründerfamilie besetzt wurde. Der 79-jährige Francois wird aller Erwartung nach nicht wieder in das Geschäft einsteigen. Die sechs Kinder Edouard Michelin sind noch zu jung. Als Kommanditgesellschaft auf Aktien bleibt Michelin vor feindlichen Übernahmen allerdings gewappnet. (dpa-AFX/mm)