München. Der VW -Konzern plant nach Informationen des Nachrichtenmagazins "Focus" an den deutschen Standorten eine drastische Arbeitszeitverlängerung ohne Lohnausgleich. Das gehe aus dem Sanierungskonzept hervor, das Markenvorstand Wolfgang Bernhard am Mittwoch dem Aufsichtsrat präsentieren wird, berichtet das Magazin in seiner neuen Ausgabe. Demnach sollen die Mitarbeiter künftig 35 Stunden statt bisher 28,8 Stunden für das gleiche Gehalt arbeiten. Die 35-Stunden-Woche soll mit Hilfe eines Stufenplans innerhalb der nächsten Jahre realisiert werden. Ein VW-Sprecher wollte den Bericht am Freitag auf Anfrage nicht kommentieren.
Laut "Focus" werden durch die Arbeitszeitverlängerung nach Bernhards Berechnungen weit mehr als 20.000 Jobs überflüssig, etwa jeder fünfte VW-Arbeitsplatz in Deutschland. Der Vorstand wolle diese Stellen aber nicht durch betriebsbedingte Kündigungen abbauen, sondern durch Abfindungsangebote und Altersteilzeitregelungen. Die Sanierung treffe vor allem den Stammsitz Wolfsburg. Dort sollen 5.000 der bisher 50.000 Jobs wegfallen. Im Gegenzug will die Konzernspitze den Gewerkschaften eine langfristige Jobgarantie anbieten.
Das VW-Werk in Brüssel steht nach "Focus"-Informationen vor der kompletten Schließung. Dort produzieren knapp 5.000 Mitarbeiter den Golf. Diese Arbeit solle nach Deutschland verlagert werden, damit die hiesigen Standorte besser ausgelastet sind. (dpa/afx/feb)