Stuttgart. Im Zusammenhang mit Ermittlungen wegen Bestechungszahlungen bei DaimlerChrysler hat die Staatsanwaltschaft Stuttgart jetzt das Landeskriminalamt (LKA) eingeschaltet. Das LKA solle gegen mehrere Personen wegen der Lieferung von Fahrzeugen nach Polen und Ghana ermitteln. Wegen ähnlicher Fälle in Belgien werde weiterhin gegen unbekannt ermittelt, teilte die Anklagebehörde am Mittwoch mit.
Gegen mehrere Personen, die teilweise bei dem Stuttgarter Autokonzern beschäftigt gewesen waren, werde wegen Bestechung ermittelt. Sie sollen im Zusammenhang mit Autoverkäufen den Mitarbeiter einer polnischen Firma geschmiert haben. In Ghana sollen 2003 Provisionen möglicherweise an einen Amtsträger geflossen sein, hieß es. Die Namen der Beschuldigten waren in Unterlagen gefunden worden, die DaimlerChrysler der Staatsanwaltschaft zur Verfügung gestellt hatte.
Die Stuttgarter Justiz ermittelt seit Monaten – nachdem wiederum das US-Justizministerium aktiv geworden war – weil DaimlerChrysler-Manager angeblich in mehr als einem Dutzend Länder Schmiergelder gezahlt haben sollen. DaimlerChrysler hatte dazu erklärt, man habe festgestellt, dass primär in Afrika, Asien und Osteuropa Zahlungen erfolgt seien. In verschiedenen Ländern habe man freiwillig nachträglich Steuerverbindlichkeiten geregelt. Durch die dadurch nötig gewordene Korrektur von Geschäftsabschlüssen habe sich das Konzernergebnis um 64 Millionen Euro vermindert. (dpa/mm)