Frankfurt/Wolfsburg. Nach dem Erfolg der IG Metall bei der VW-Betriebsratswahl sieht die Spitze der Gewerkschaft auch das System der Mitbestimmung insgesamt gestärkt. Es seien diejenigen Lügen gestraft worden, die gehofft hätten, die Mitbestimmung im Zuge der VW-Affäre in Misskredit bringen zu können, erklärte der IG Metall-Vorsitzende Jürgen Peters am Freitag in Frankfurt am Main. Der Bezirksvorsitzende Hartmut Meine bewertete die hohe Zustimmung bei den Wahlen als außerordentlichen Vertrauensbeweis. Bei der Betriebsratswahl holte die IG Metall in den sechs westdeutschen Werken 88,85 Prozent der Stimmen, nach 88,4 Prozent vor vier Jahren. Aufgerufen zur Wahl waren über 100.000 Arbeitnehmer. Die Wahlbeteiligung stieg von 77,9 auf 80,6 Prozent. Nach Ansicht von Peters zeigt die hohe Beteiligung auch, dass die Menschen nicht generell wahlmüde geworden seien, wie es nach den jüngsten Landtags- und Kommunalwahlen den Anschein hatte. "Wenn die Menschen spüren, dass ihre Interessen wirkungsvoll vertreten, ihre Sorgen ernst genommen und Entscheidungen nicht über ihre Köpfe hinweg gefällt werden, dann mischen sie sich auch aktiv ein", sagte Peters.
Mit dem Wahlausgang hat die Belegschaft des Autobauers der Gewerkschaft auch den Rücken gestärkt für die anstehenden Gespräche mit dem Vorstand über die Sanierung der kriselnden Kernmarke VW. Obwohl im vergangenen Sommer auch Betriebsräte der Gewerkschaft in die VW-Affäre um Lustreisen auf Firmenkosten verwickelt waren, erntete die IG Metall sogar ein noch etwas besseres Ergebnis als vor vier Jahren. Von den 248 Betriebsratsmandaten gingen 227 an die IG Metall. Die Christliche Gewerkschaft Metall (CGM) kam auf 8 Sitze, sonstige Gruppierungen erhielten 13 Sitze. (dpa)