Seoul. Der größte südkoreanische Autohersteller Hyundai Motor hat nach eigenen Angaben als Folge andauernder Streikaktionen der Betriebsgewerkschaft seine Exportlieferungen einstellen müssen. Es bestehe deswegen jedoch kein Anlass zu "unmittelbarer Sorge", sagte am Donnerstag ein Sprecher des Unternehmens in Seoul. Hyundai habe vorsorglich weltweit seine Fahrzeug-Lagerbestände aufgefüllt, so dass sie für drei Monate reichten. In den Inlandswerken Hyundais wird seit dem 26. Juni täglich für mehrere Stunden die Arbeit niedergelegt. Mit den Streiks will die Gewerkschaft ihren Forderungen nach einer Lohnerhöhung von 9,1 Prozent, besseren Arbeitsbedingungen und einem Mitspracherecht bei Unternehmensentscheidungen Nachdruck verleihen.
Hyundai habe den Streikenden bis zu 4,4 Prozent mehr Lohn angeboten, sagte der Firmensprecher. Eine Beteiligung der Gewerkschaft an Entscheidungen des Unternehmens lehne Hyundai als "Einmischung" in das Management ab. Durch die Streiks sind Hyundai nach eigenen Angaben bisher Produktionsverluste von mehr als eine Billion Won (mehr als 835 Millionen Euro) entstanden. Die Beschäftigten bei Hyundais Schwesterfirma Kia Motors hatten am Dienstag ebenfalls mit mehrstündigen Arbeitsniederlegungen begonnen, um damit ihre Lohnforderungen durchzusetzen. (dpa-AFX/mm)