Lippstadt. Der Autozulieferer Hella will die Einkommen seiner 11.000 Beschäftigten deutlich kürzen. Hella begründet die Pläne mit einem hohen Preisdruck in der Branche und steigenden Kosten für Energie und Rohstoffe. Neben Kürzungen schließt das Lippstädter Unternehmen auch Personalabbau nicht aus. Neben den 11.000 Beschäftigten in Deutschland müssten auch die 13.000 weltweit Beschäftigten mit Anpassungen rechnen, teilte Hella am Freitag mit.
Mit der Gewerkschaft IG Metall soll es am 24. Juli Gespräche über einen Ergänzungstarifvertrag geben. Die IG Metall befürchtet Kürzungen im Umfang von über zehn Prozent. Unter anderem wolle Hella das Urlaubs- und Weihnachtsgeld streichen, Arbeitszeiten erhöhen, die vergangene Lohnerhöhung von drei Prozent auf zwei Prozent zurücknehmen und Nullrunden einführen. "Über einige Punkte wollen wir erst gar nicht verhandeln", sagte Verhandlungsführer Alfons Eilers. In einem Informationsblatt, das die IG Metall am Freitag an die Beschäftigten verteilte, bezeichnete Eilers die Forderungen als Horrorkatalog, der einem Kahlschlag gleichkomme.
Hella hatte im vergangenen Jahr mit Automobilscheinwerfern und Elektronik-Komponenten für Fahrzeuge mehr als drei Milliarden Euro umgesetzt. Weltweit beschäftigt der Konzern in 65 Fertigungsstätten, Tochter- und Beteiligungsunternehmen 24.000 Menschen. Von den Einschnitten in Deutschland sind die 11.000 Beschäftigten in den Werken Lippstadt (Hauptsitz) Hamm, Recklinghausen, Paderborn (alle in Nordrhein-Westfalen), Bremen und Wembach (Schwarzwald) betroffen. (dpa/tb)