Tokio/Frankfurt. Die beiden Autobauer Renault und Nissan wollen eine Allianz mit GM prüfen. Voraussetzung sei aber, dass die GM-Führung das Projekt voll unterstütze. Die Allianz von Renault und Nissan existiert seit dem Jahr 1999. Renault ist mit 44,4 Prozent an Nissan beteiligt. Beide Konzerne haben immer betont, dass ihre Partnerschaft prinzipiell auch für andere Autobauer offen sei. So hieß es auch in der jüngsten Mitteilung der beiden Hersteller zu einer möglichen Allianz mit General Motors: "Die Allianz von Renault und Nissan ist eine offene Partnerschaft, die nicht auf zwei Partner beschränkt ist."
Der US-Multimilliardär und GM-Großaktionär Kirk Kerkorian dringt auf die amerikanisch-französisch-japanische Allianz. Nach Informationen des "Handelsblatt" (Montagausgabe) hat Kerkorian seinen Vorstoß hinter dem Rücken von GM-Chef Rick Wagoner eingefädelt. Während seine Beteiligungsgesellschaft Tracinda seit Mai mehrfach mit dem Chef von Renault und Nissan, Carlos Ghosn, über eine Allianz gesprochen habe, sei Wagoner erst am 22. Juni in die Pläne des Milliardärs eingeweiht worden, berichtet das Blatt unter Berufung auf informierte Kreise.
In einem Schreiben informierte Tracinda Wagoner, dass Renault und Nissan "aufgeschlossen seien, eine erhebliche Minderheitsbeteiligung an GM zu kaufen". Tracinda hält derzeit rund zehn Prozent an General Motors. Nach Angaben des "Handelsblatt" wird in Branchenkreisen Kerkorians Coup als Schlag gegen Wagoner gewertet, der erst im Frühjahr erfolgreich um ein Vertrauensvotum des Verwaltungsrates gebeten hatte. Damit mache Kerkorian offenbar seinem Ärger über die bisherigen Sanierungsschritte Luft. (dpa-AFX/mm)