New York. Deutsche Autohersteller haben sich im Juli in einem von massiven Absatzeinbrüchen für große US-Marken geprägten amerikanischen Markt gut geschlagen. Porsche (Dr. Ing.h.c.F.) meldete am Dienstag nach einem kräftigen Monatsplus einen Rekordabsatz für das gerade beendete Geschäftsjahr. Bei Ford brach der Konzernabsatz um 34,2 Prozent auf 241.339 Fahrzeuge ein. Vor allem die großen Wagen im Bereich Trucks waren dafür verantwortlich mit einem Minus von 43,8 Prozent auf knapp 152.000 Einheiten. GM meldete einen Rückgang von 19,5 Prozent auf 410.332 Fahrzeuge. Auch hier war der Truck-Bereich mit Geländewagen und Pick-Ups der Grund dafür mit einem Minus von 28,4 Prozent auf gut 248.000 Fahrzeuge.
Im vergangenen Jahr hatten die US-Konzerne zu massiven Kaufanreizen gegriffen, als die Verkäufe in ihrem wichtigsten Geschäftsfeld Geländewagen wegen der hohen Spritpreise zu bröckeln anfingen. Deutsche Marken hatten sich in den Rabattschlachten eher zurückgehalten. VW fährt im US-Markt nach den Absatzeinbrüchen vergangener Jahre weiter auf Erholungskurs. Im Juli stieg der VW-Absatz um fünf Prozent auf 22.627 Fahrzeuge. Nach den ersten sieben Monaten ist der Absatz damit um 17,3 Prozent auf 138.672 Autos gewachsen. VW macht im Nordamerika-Markt seit längerem Verluste.
Gut kam die Vermarktung des neuen Golf unter dem traditionellen Namen "Rabbit" (Kaninchen) an. Von dem vor kurzem eingeführten Rabbit wurden im Juli 2.109 Autos ausgeliefert – der höchste monatliche Wert für ein Golf-Modell seit 2002, wie das Unternehmen betonte. Der Rabbit war in den USA ursprünglich in den 70er und 80er Jahren verkauft worden. Für den Hoffnungsträger Passat gab es bei der Limousine einen Sprung von 93,9 Prozent auf 4.193 Fahrzeuge. Bei dem meistverkauften VW-Modell, der Jetta-Limousine, ging der Absatz im Juli um 7,2 Prozent auf 9.712 Einheiten zurück. Für das Oberklassemodell Phaeton, das vom US-Markt wieder zurückgezogen werden soll, und den Geländewagen Touareg gab es wieder kräftige Rückschläge. Die VW-Tochter Audi verbuchte im Juli ein Minus von 1,5 Prozent auf 7.005 Fahrzeuge.
Audi-Finanzchef Rupert Stadler kündigte in der "Financial Times Deutschland" an, den US-Absatz in den kommenden Jahren kontinuierlich steigern zu wollen. "2007 erwarte ich, dass wir in den USA die Marke von 100.000 Fahrzeugen überspringen. Auch danach werden wir pro Jahr rund 10.000 Autos mehr verkaufen." In diesem Jahr will Audi in den USA den Absatz von 83.000 auf 90.000 steigern. Bei BMW sank der Konzernabsatz im Juli um zwölf Prozent auf 23.611 Autos. Die Auslieferungen der BMW-Geländewagen (SAV) fielen dabei um 31,5 Prozent auf 4537 Einheiten. Nach sieben Monaten erreichte der Konzern noch ein Plus von 5,3 Prozent auf 180.857 Fahrzeuge. Die Kernmarke BMW erlitt im Juli ein Absatzminus von 13,4 Prozent auf 20.083 Fahrzeuge, von Januar bis Juli gab es einen Zuwachs von 7,7 Prozent auf 157.303 Autos. Beim Mini sank der Absatz im Juli um 3,7 Prozent auf 3528 Kleinwagen und seit Jahresbeginn um 8,1 Prozent auf 23.554. (dpa-AFX/tb)