Hannover. Der Autozulieferer Continental AG übernimmt das Automobilelektronikgeschäft von Motorola für eine Milliarde Dollar in bar. Die Sparte stelle elektronische Steuerungselemente für die Antriebs- und Fahrwerksregelung sowie für Komfortelemente her, teilte Continental am Montag in Hannover mit. Insbesondere entwickele und fertige es Telematik-Produkte, welche die Kommunikation aus dem Auto mit anderen Netzwerken ermöglichten und für Funktionen wie Telekommunikation und Navigation eingesetzt werden. An der Börse stieg die Aktie nach Bekanntwerden des Zukaufs sprunghaft vom Tagestief bei 90,40 Euro bis 15.20 Uhr auf 92,50 Euro an. "Das ist ein gutes Geschäft", hieß es von einem Händler.
Das neue Auto-Elektronikgeschäft setzte 2005 knapp 1,6 Milliarden Dollar um, wovon mehr als zwei Drittel auf die USA, Kanada und Mexiko entfielen. Die neue Sparte beschäftige etwa 4.500 Mitarbeiter und hat die wesentlichen Produktions- und Entwicklungsstandorte in den USA, Mexiko, Frankreich und China. Zu den wichtigsten Kunden zählen GM, Ford, DaimlerChrysler, BMW und Cummins.
Mit dem Vollzug der Transaktion rechnet Conti noch im ersten Halbjahr 2006. Mit diesem Zukauf erhält Conti mit Telematik-Produkten einen völlig neuen Produktzweig. Sie ermögliche Conti eine verstärkte Vernetzung der Systeme zur Unfallprävention mit denen zum Insassenschutz bei einem Unfall. Insgesamt wird Conti den Umsatz im Autogeschäft in Nordamerika damit verdoppeln. "Dieser strategische Schritt wird unsere Position als Lieferant von Sicherheitssystemen für die Automobilindustrie stärken und uns im Bereich der Automobiltechnik ein großes Stück voranbringen", sagte Conti-Chef Manfred Wennemer laut Pressemitteilung. "Das Automobilgeschäft von Motorola passt perfekt zu unserer Strategie, unseren Kunden fortgeschrittene Sicherheitssysteme zu liefern." (dpa-AFX)