Hannover. Der Autozulieferer Continental hat im ersten Quartal 2006 trotz schwieriger Rahmenbedingungen seinen Erfolgskurs fortgesetzt. Der Konzern verbesserte sich nach eigenen Angaben in den ersten drei Monaten bei Umsatz und Ergebnis deutlicher als erwartet. "Wir haben ein sehr gutes erstes Quartal gesehen", sagte Conti-Chef Manfred Wennemer am Donnerstag in Hannover. In den ersten drei Monaten dieses Jahres sei der Umsatz um elf Prozent auf 3,6 Milliarden Euro gestiegen, nach knapp 3,3 Milliarden im Vorjahr. Dabei stieg das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) um 25,5 Prozent auf 352,4 Millionen Euro. Der Gewinn nach Steuern verbesserte sich von 166,4 auf 221,9 Millionen Euro.
Conti habe damit wieder bewiesen, dass das Umsatzwachstum auch mit ordentlichen Gewinnmargen verbunden werden konnte, sagte Finanzvorstand Alan Hippe. "Das zeigt erneut die Effizienz von Continental." Dabei seien sowohl die weiter gestiegenen Kosten für Rohstoffe als auch die andauernd unbefriedigende Entwicklung der Automärkte zu berücksichtigen. Vor allem wegen des starken Anstieges der Rohstoffkosten, insbesondere bei Naturkautschuk und Öl, sei das gute Ergebnis durchaus "überraschend", sagte Hippe. Insgesamt müsse Continental 1,2 bis 1,3 Milliarden Euro für Rohstoffe ausgeben. Im ersten Quartal seien die Preise für Rohstoffe gegenüber dem Durchschnitt 2005 um 50 Millionen Euro gestiegen. Hippe: "Wie im vergangenen Jahr werden wir versuchen, steigende Materialkosten durch Preiserhöhungen, Mixverbesserungen und Rationalisierungsmaßnahmen zu kompensieren."
Wennemer wies zugleich darauf hin, dass das Unternehmen weiter maßgeblich in die Zukunft investiere. Der Aufwand für Forschung und Entwicklung sei zum 31. März 2006 im Vergleich zum Vorjahr um 9,4 Prozent auf 156,1 Millionen Euro gestiegen. Schwerpunkte seien vor allem Produktionsanlagen für eine neue Generation elektronischer Bremssysteme sowie der Ausbau von Niedriglohnstandorten vor allem in Malaysia und Brasilien. Weltweit beschäftigte Conti am 31. März 2006 insgesamt 80.596 Arbeitnehmer, 747 mehr als am 31. Dezember 2005.
Eine Abordnung der US-Metallarbeitergewerkschaft und ehemaliger Conti-Beschäftigter aus den USA beklagte im Vorfeld der Hauptversammlung an diesem Freitag in Hannover unterdessen, der US-Geschäftsplan des Reifenherstellers sei komplett gescheitert. Dies sei allein auf Fehler des Managements zurückzuführen, aber die Beschäftigten sollten jetzt mit drastischen Kürzungen bei Gehältern und Sozialleistungen die Zeche zahlen. Wennemer hatte auf der Jahres-Pressekonferenz des Konzerns im Februar gesagt, er sehe bei der Sanierung des defizitären US-Reifengeschäfts jetzt Fortschritte. Im vierten Quartal 2005 sei die ursprünglich geplante Ertragswende doch noch fast erreicht worden, hieß es. Vor allem im Geschäft mit Winterreifen habe es deutliches Wachstum gegeben. Wennemer deutete an, Continental habe 2005 im nordamerikanischen Reifengeschäft zwischen 70 und 150 Millionen Euro Verluste gemacht. (dpa/mm) Foto: dpa