Düsseldorf. Anderthalb Jahre nach einer harten Umstrukturierung steuert der Autokonzern General Motors (GM) in Europa mit seinen Marken Opel, Vauxhall und Saab auf einen neuen Konflikt mit der Belegschaft zu. Die Pläne des GM-Managements, kurzfristig knapp 1.000 Stellen im britischen Astra-Werk Ellesmere Port zu streichen, haben die Arbeitnehmervertreter alarmiert. "Wenn GM in Großbritannien kurzen Prozess macht, dann gibt es dort Streik", sagte der oberste GM-Arbeitnehmervertreter in Europa, Opel-Betriebsratschef Klaus Franz, dem "Handelsblatt" (Freitagausgabe).
Am Donnerstag gab es bereits erste Arbeitsniederlegungen. GM-Europachef Carl-Peter Forster hatte zuvor erstmals die Streichpläne bestätigt und eine rasche Entscheidung angemahnt. GM will mit einem Stellenabbau in England noch in diesem Jahr den sich anbahnenden Absatzrückgang beim Astra in der zweiten Hälfte des Modellzyklus abfangen und die Werke auf die kommenden Produktivitätsfortschritte vorbereiten. Auch die Arbeitnehmerseite streitet die Notwendigkeit von Kapazitätskürzungen nicht ab. "Es führt kein Weg daran vorbei, das Kapazitätsvolumen anzupassen", betonte Franz. "Die Frage ist nicht ob, sondern wie das gemacht werden soll."
Nach Vorstellungen des obersten GM-Arbeitnehmervertreters in Europa soll der drohende Stellenabbau durch Arbeitszeitverkürzungen in allen europäischen Werken, die die auf der Delta-Plattform stehenden Astra- und Zafira-Modelle fertigen, noch verhindert werden. "Wir wollen ein Gesamtpaket für die Astra-Werke schnüren, das die Belastungen auf alle Werke verteilt", betonte der einflussreiche Arbeitnehmervertreter. "Dies könnte zum Beispiel durch eine stärkere Arbeitszeitflexibilisierung ohne Lohnausgleich erfolgen. Daran wollen sich alle Werke der Delta-Plattform beteiligen - auch das polnische Gleiwitz, wo der Zafira geba ut wird."
Forster hält den Vorschlag der Arbeitnehmerseite jedoch für keine Lösung. GM hatte auf dem europäischen Kontinent bereits 2005 ein massives Sparprogramm durchgesetzt, das den Abbau von 12.000 Stellen, darunter allein 9.000 bei Opel, vorsah. (dpa-AFX/mm)