Seit knapp drei Monaten sitzt Audi-Chef Rupert Stadler in Untersuchungshaft. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm Beteiligung am Abgas-Skandal vor und sieht Verdunkelungsgefahr. Diesen Verdachte konnte Stadler offensichtlich bisher nicht ausräumen: Ein Antrag auf Haftentlassung scheiterte Mitte August. Bisher hat der VW-Konzern Stadler lediglich beurlaubt. Am Montag soll der Aufsichtsrat nach Informationen des "Spiegel" über die berufliche Zukunft Stadlers entscheiden. Selbst wenn sich die Kontrolleure diesmal noch hinter Stadler stellen: Dass er auf seinen Posten zurückkehrt, gilt als äußerst unwahrscheinlich. Momentan leitet Vertriebsvorstand Bram Schot die Marke.
Wunschkandidat für die dauerhafte Nachfolge Stadlers ist Markus Duesmann, den VW-Konzernchef Herbert Diess vor Kurzem von BMW abgeworben hat. Problematisch ist dabei die fehlende Freigabe. Duesmann darf eigentlich bis 2020 nicht für einen Konkurrenten arbeiten. VW hofft, sich mit BMW auf eine frühere Freigabe Duesmanns einigen zu können.