In der Automobilindustrie gilt Mercedes als Vorreiter beim Einsatz von Ethnomarketing. Schon seit vielen Jahren wirbt die Marke mit dem Stern in türkischen Medien, die in Deutschland er hältlich sind. Bei der Einführung der C-Klasse im vergangenen Jahr schaltete Mercedes beispielsweise nicht nur eine spezielle TV-Kampagne, sondern bot auch eine türkischsprachige Hotline an. Mittlerweile arbeiten in 40 Mercedes-Betrieben türkischsprachige Kundenberater – einige bieten beim Verkaufsgespräch gerne auch mal ein Gläschen Tee an.
VW zieht nach: 2005 starteten die Wolfsburger mit Ethnomarketing und wenden sich dabei sowohl an potenzielle Kunden als auch an die eigenen Mit arbeiter. „Gegenwärtig sind mehr als 2200 türkische Mitarbeiter in unseren Werken tätig“, so VW-Vertriebs chef Detlef Wittig. Der Hersteller setzt inzwischen 40 zweisprachige Verkaufsberater in seinen Händlerbetrieben ein. Auch die VW-Tochter Seat wendet sich verstärkt an türkische Kunden. VW hat zudem zahlreiche Dienstleistungsangebote im Handel auf Türkisch übersetzt und die Anzeigen in türkischen Printmedien und Spots im Radio dem Humor und den Moralvorstellungen der Zielgruppe angepasst.
Vorsichtig nähert sich der Premiumhersteller BMW dem Thema Ethnomarketing. „In unseren Niederlassungen in München, Berlin und Hamburg können türkischstämmige Verkäufer ihre Landsleute sowohl auf Türkisch als auch auf Deutsch ansprechen“, erklärt eine Sprecherin. Nur in Einzelfällen schalte BMW eine Anzeige in türkischen Medien, so wie für den Fünfer in der türkischen Tageszeitung „Hürriyet“.