Brüssel/Köln. Ford hat nach Angaben der Europäischen Union (EU) bei der Mehrheitsübernahme des früheren Daewoo-Werkes im rumänischen Craiova einen zu niedrigen Kaufpreis gezahlt. Die rumänische Regierung müsse deshalb 27 Millionen Euro von dem bislang staatlichen rumänischen Automobilhersteller "Automobile Craiova" zurückfordern, erklärte die Kommission am Mittwoch nach Abschluss ihrer Beihilfe-Untersuchung.
Ford hatte im vergangenen Jahr 72,4 Prozent an "Automobile Craiova" erworben, um an dem Standort Kapazitäten für die Fertigung in Mittel- und Osteuropa zu schaffen. Ford-Europachef John Fleming erklärte umgehend, er begrüße den Abschluss der Beihilfeuntersuchung. Dies ermögliche Ford nun den endgültigen Erwerb des Werkes.
Fleming äußerte sich zunächst aber nicht dazu, ob er die geforderten 27 Millionen Euro für gerechtfertigt hält oder nicht. "An unseren Plänen für Craiova hat sich nichts geändert", sagte er. "Wir wollen das Werk in Craiova jetzt so schnell wie möglich vollständig übernehmen und es zu einem weltweit führenden Montagekomplex machen." Auf die Frage, welche Summe Ford nun konkret nachzahlen müsse, ging ein Sprecher des Unternehmens nicht direkt ein. "Wir prüfen jetzt im Detail, welche Konsequenzen die EU-Entscheidung für uns hat", sagte er lediglich.