Hannover. Im Übernahmepoker um Continental sehen die Arbeitnehmervertreter den angestrebten Einstieg der Schaeffler Gruppe weiter gelassen. „Im Umgang mit Gewerkschaften sind Wennemer und Geißinger wie Zwillinge“, sagte Erwin Wörle, Arbeitnehmervertreter im Conti-Aufsichtsrat, im Gespräch mit der Automobilwoche, über die Chefs der beiden Unternehmen. „Mehr Sicherheit gibt es für die Arbeitnehmer auch bei Herrn Wennemer nicht“, sagte Wörle und verwies darauf, dass der Conti-Chef selbst 2004 bei der Übernahme des Zulieferers Phoenix nicht zimperlich vor. Zudem bevorzugten die Arbeitnehmer den Einstieg eines strategischen Investors mit einer langfristigen Perspektive. Finanzinvestoren seien nur auf schnelles Geld aus, unterstrich Wörle.
Unterdessen will Conti-Chef Manfred Wennemer das Familienunternehmen aus Herzogenaurach mit einer möglichen Gegenofferte von Private-Equity-Gesellschaften unter Zugzwang zu setzen. Das Angebot der Schaeffler Gruppe von 70,12 Euro je Aktie für Conti wird am kommenden Mittwoch in einer außerordentlichen Aufsichtsratssitzung behandelt. Die Angebotsfrist dafür endet am 27. August. Zudem prüfen die Hannoveraner derzeit die Einberufung einer außerordentlichen Hauptversammlung. Dadurch würde sich die Annahmefrist des Schaeffler-Angebots automatisch von vier auf zehn Wochen verlängern. Sollte während dieser Frist das Angebot eines anderen Investors eingehen, so wäre für alle Aktionäre allein dessen Annahmefrist verbindlich. Aktionäre, die ihre Anteile schon an Schaeffler verkauft haben, könnten dies rückgängig machen und sie dem höher bietenden Konkurrenten andienen.