Köln. Ford reagiert auf die eingebrochene Nachfrage in Europa mit einem umfassenden Umbau seines Produktionsverbundes. Gleichzeitig sichert der Autohersteller in einer neu ausgehandelten Betriebsvereinbarung seine Standorte in Deutschland. Auch das beinahe vor dem Aus stehende Motorenwerk in Köln wird nun weiter existieren. Dort sollen ab 2011 neue sparsame Benzinmotoren an Stelle der bislang produzierten großvolumigen Motoren für den US-Markt gefertigt werden.
"Unsere neuen Pläne sind ein Bekenntnis zu den Standorten in Deutschland, Spanien und Rumänien," sagte Ford-Deutschlandchef Bernhard Mattes am Montag bei der Vorstellung der neuen Produktionspläne am Kölner Stammwerk.
Im spanischen Werk in Valencia werde ab dem 1. Mai diesen Jahres an Stelle des bisherigen Dreischicht-Betriebes nur noch in zwei Schichten betrieben, sagte Mattes. Derzeit wird in Valencia noch die viertürige Version des auslaufenden Focus gebaut. Künftig soll dort der Nachfolger des ebenfalls auslaufenden C-Max gebaut werden. Aus dem Umfeld von Ford hieß es, dieses neue Model beruhe auf der in Genf vorgestellten Designstudie Iosis-Max und sei ab 2010 geplant. Durch den Verlust einer Schicht dürften in Valencia rund 1000 von 6700 Arbeitsplätzen in der Fertigung wegfallen.
Das Kölner Motorenwerk wird dagegen nach fast eineinhalbjährigen Verhandlungen zwischen Geschäftsführung und Betriebsrat doch nicht schließen müssen. Derzeit fertigen dort noch 770 Beschäftigte 4-Liter-V6-Motoren für den US-Markt, deren Produktion aber im Verlauf des Jahres 2010 eingestellt wird. Ab 2011 soll nun im Kölner Motorenwerk die Serienproduktion eines verbrauchsarmen Benzinmotors mit EcoBoost-Technik (doppelt aufgeladene Turbomotoren) starten. Dieser Motor soll kurz darauf auch im neuen Werk im rumänischen Craiova gefertigt werden. Geplant sind in Köln jährlich rund 350.000 Motoren der neuen Generation. Vom V6 wurden zuletzt keine 150.000 mehr pro Jahr gebaut.