Remscheid. Der Automobilzulieferer Edscha hat Insolvenzantrag gestellt. Allein in Ostbayern sind davon mehr als 2000 Mitarbeiter betroffen, das größte Inlandswerk hat der Cabrioverdeck- und Türscharnierhersteller im niederbayerischen Hengersberg (Landkreis Deggendorf). Dort sind knapp 1400 Männer und Frauen von der Pleite betroffen. In Hauzenberg (Landkreis Passau) arbeiten nach Gewerkschaftsangaben etwa 400 Beschäftigte für das Unternehmen. In Regensburg hatte Edscha erst vor rund zwei Jahren auf dem Gelände des dortigen BMW-Werks eine weitere Fertigung für Cabriodächer eröffnet, dort sind 300 Jobs gefährdet.
Europaweit gelte der Insolvenzantrag für 4200 Beschäftigte an insgesamt elf Standorten, teilte das Unternehmen am Montag am Stammsitz in Remscheid mit. Grund für die wirtschaftlichen Schwierigkeiten seien die massiven Auftragseinbrüche und zunehmend schwierigen Finanzierungsbedingungen, sagte eine Unternehmenssprecherin. In der Firmenzentrale in Nordrhein-Westfalen arbeiten rund 320 Beschäftigte.
Der Deggendorfer Landrat Christian Bernreiter (CSU) kündigte an, dass sich auch die bayerische Staatsregierung um die Rettung von Edscha bemühen werde. "Das ist für uns eine richtige Hiobsbotschaft, das ist mit der größte Arbeitgeber im Landkreis", sagte Bernreiter. Er äußerte aber die Hoffnung, dass in dem Werk in Hengersberg möglichst viele Arbeitsplätze gerettet werden können. Es handele sich um einen der drei Topstandorte im Edscha-Konzern, meinte er.