München. Laut einer Studie von Roland Berger stehen Automobilzulieferer vor der größten Krise ihrer Geschichte. Ausgewertet wurden dabei die Zahlen von 400 Zulieferern sowie Befragungen von 100 Vorständen aus der Zuliefererbranche. Drei zeitgleich ablaufende Ereignisse setzen derzeit die weltweite Automobilindustrie massiv unter Druck: Neben dem globalen Abschwung auf den Pkw- und Lkw-Märkten sind das die Umorientierung der Verbraucher hin zu Klein- und Kompaktwagen sowie massive Finanzierungsengpässe in der Autobranche. Weltweit ist der Autoabsatz 2008 um drei Prozent geschrumpft. Besonders hart trifft es die NAFTA, Europa und Japan. Anfang 2009 liegen die Absatzmengen um 25 bis 35 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Kaum nachhaltigen Einfluss dürften die in Europa lancierten Förderprogramme haben. Die Folge: Frühestens 2012/2013 wird die Branche an ihr herausragendes Ergebnis von 2007 anknüpfen können. Aber es gibt auch Gewinner. Sie sind im Kleinwagensegment zu finden, das selbst 2008 zulegte, während Luxusautos und SUV dramatisch an Boden verloren haben. Das hat erhebliche Folgen für die Marktanteile einzelner Fahrzeughersteller. Im Zuge dieser Entwicklungen ist die Rentabilität der Zulieferer auf ein neues historisches Tief gefallen, so die Automobilexperten von Roland Berger.
„20 Zulieferer haben allein in Deutschland in den letzten drei Monaten die Waffen gestreckt. Mit deutlich mehr Insolvenzen ist zu rechnen, wenn die Produktionszahlen in der zweiten Jahreshälfte 2009 nicht wieder kräftig zulegen“, sagt Marcus Berret, Partner im Automotive Competence Center bei Roland Berger Strategy Consultants.