Delbrück. Der Zulieferer Paragon AG hat heute (Montag) einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens beim Amtsgericht Paderborn gestellt. Laut Paragon ist zu erwarten, dass die Geschäftsführer der deutschen Tochtergesellschaften die Insolvenzeröffnung beantragen werden. Bedingt durch die Absatzkrise der Automobilindustrie sei das Unternehmen in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten, heißt es beim Zulieferer für Klimakomponenten, Anzeige- und Bediensysteme sowie Navigationslösungen aus Delbrück. Über Monate hinweg habe der Vorstand mit den Banken intensive Gespräche geführt, um die Kreditlinien zu bewahren und zusätzliche Liquidität zur Überwindung der Krise zu erhalten. Trotz vielfacher Zusagen und eines deutlich erhöhten Auftragseingangs in den vergangenen Monaten sei es bislang zu keiner Einigung gekommen. Mit dem Einleiten einer geordneten Insolvenz will der Vorstand von Paragon für eine Bereinigung des Bankenkreises sorgen. Dabei wird die Eigenverwaltung des Unternehmens angestrebt.
Seit dem vergangenen Jahr wird in Delbrück auch der Sportwagen Artega GT in einer Kleinserie gefertigt. Gebaut wird das Auto von einem Paragon-Spin-off. Idee und Konzept für das Auto entstanden bei paragon. Die Umsetzung wurde der Artega Automobil GmbH & Co. KG übertragen. Im Geschäftsjahr 2008 hatte die paragon AG nahezu 113 Millionen Euro Umsatz erzielt.