Paris. Die Zeit der großen Werkteams bei der Formel 1 geht trotz des neuen Engagements von Mercedes dem Ende zu. Renault verkauft einen großen Teil seines Rennstalls an den luxemburgischen Geschäftsmann Gerard Lopez mit seiner Firma Genii Capital. Beide Unternehmen würden weiterhin gemeinsam den Rennstall managen, teilte Renault mit. Dennoch verabschiedet sich damit nach Honda, BMW und Toyota nun auch ein vierter Automobilhersteller weitgehend von der Formel 1-Bühne.
Renault betonte am Mittwoch, sich nach 35 Jahren nicht aus der Formel-1 zurückzuziehen. "Der Rennstall wird 2010 seinen Namen, seine Identität und seinen Charakter behalten", erklärte der Autohersteller. Das Werk in Viry-Chatillon werde weiter die Motoren für das Renault F1-Team und auch für das Red-Bull-Team bauen. Dort sind 180 Mitarbeiter mit der Entwicklung und dem Bau der Hochleistungsmotoren befasst. Das Hauptquartier des Renault-Teams mit rund 550 Mitarbeitern ist im englischen Enstone angesiedelt.
Welche Pläne Renault über die Saison 2010 hinaus verfolgt, teilte der Hersteller nicht mit. Dagegen bestätigte Renault die weitere Zusammenarbeit mit dem Team um den Heppenheimer Vizeweltmeister Sebastian Vettel. Als Fahrer wurde bislang nur der Pole Robert Kubica bestätigt. Dessen einstiger Teampartner beim BMW-Sauber-Team, Nick Heidfeld, wird als möglicher Kandidat für das zweite Cockpit gehandelt.