München. In den vergangenen Monaten haben 22 Automobilzulieferer aus Deutschland beziehungsweise Zulieferer mit Werken in Deutschland Insolvenz angemeldet. Bis Ende 2009 könnten weitere 50 bis 80 Unternehmen hinzukommen, fürchtet die Managementberatung Oliver Wyman in einer Analyse mit dem Titel „Krise in der Automobilindustrie“. Die meisten der insolvent gewordenen Zulieferer waren nach Einschätzung der Münchner strategisch hervorragend positioniert. Sie konnten in den vergangenen Jahren wachsen und waren auch operativ gut aufgestellt. Selbst das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) war bei den insolventen Firmen über Jahre hinweg positiv. In der Absatzkrise wurden ihnen aber eine ungesunde Kapitalstruktur und eine starke Verschuldung zusammen mit hohen Zinslasten zum Verhängnis, so ein Ergebnis der Analyse.
Die Zulieferer hatten im zweiten Halbjahr 2008 zudem noch mit hohen Material- und Energiepreisen zu kämpfen. Der Preis für Aluminium ist beispielsweise innerhalb von fünf Jahren um 112 Prozent auf einen Spitzenwert von 3300 US-Dollar je Tonne im Juni 2008 gestiegen. Jetzt ist er innerhalb von vier Monaten auf den Preis von 2003 zurückgefallen. Die langfristigen Verträge wurden allerdings noch zu den hohen Preisen des Jahres 2007 abgeschlossen. Die Preissteigerungen bei Rohstoffen konnten laut Analyse nur begrenzt und mit Zeitverzug an die Fahrzeughersteller weitergegeben werden.