Detroit. Toyota wird angesichts seiner Überkapazitäten auf dem US-Markt und seiner historischen Verluste zum ersten Mal ein Werk in den USA schließen. Der Toyota-Aufsichtsrat entschied am Freitag, das gemeinsam mit General Motors betriebene Werk im kalifornischen Fremont im kommenden März 2010 einzustellen. In der Anlage namens "New United Motor Manufacturing Inc." (Nummi) werden zur Zeit noch der Corolla und der Pickup Tacoma gefertigt. In dem Werk sind 4700 Mitarbeiter beschäftigt, die nach den Tarifen der US-Gewerkschaft UAW entlohnt werden.
"Nach der Entscheidung von General Motors, sich aus dem Nummi-Joint-Venture zurückzuziehen, führte Toyota eine rigorose Durchsicht aller Alternativen im Lichte der bestehenden und künftigen Marktentwicklung durch", erklärte Toyota-Vizepräsident Atsushi Miimi in einer Erklärung. Toyota sei dann zu dem Schluß gekommen, dass es wirtschaftlich nicht ratsam sei, das Werk in Fremont mittel- oder langfristig weiterzubetreiben. Toyota bedauere diesen Schritt sehr.
Mit dieser Entscheidung setzt sich Toyota der Gefahr aus, in der öffentlichen Meinung der USA kritisch wahrgenommen zu werden. Insgesamt verfügt der japanische Konzern in den USA über 14 Werke. Das Nummi-Werk hat allerdings besondere historische Bedeutung, da es vor 25 Jahren den Beginn der Fertigung in den USA darstellte.
Der Corolla für den US-Markt soll künftig im Werk Cambridge in Ontario gebaut werden. Dieses Modell widerstand dem Absatzrückgang in den USA am besten und gilt unter US-Händlern als unverzichtbar.