Hannover. Die größte Aufmerksamkeit erfordert bei Autozulieferer Continental nach wie vor die Division Powertrain. Dieser Bereich ist das Sorgenkind innerhalb der Conti-Automotive Group. Für die drei Automotive-Divisionen Chassis & Safety, Interior sowie Powertrain mussten im vergangenen Jahr insgesamt Abschreibungen von mehr als einer Milliarde Euro vorgenommen werden. „Dies zeigt auch, dass sich unsere auf dem Kauf der Siemens VDO verbundenen Erwartungen nicht wie geplant erfüllt haben und dass der Kauf von Siemens VDO sicher kein Schnäppchen war“, sagt Conti-Vorstandschef Karl-Thomas Neumann. Beim Zukauf von VDO seien einige Kundenprojekte übernommen worden, „die nicht die bei Continental üblichen Margen vorsahen“, so Neumann. Zudem seien einige Produktionsanläufe unterschätzt worden, so dass „sich einige Projekte zu Verlustbringern entwickelt haben“. Dennoch ist er von der Richtigkeit des Zukaufs überzeugt.
Continental ist im vergangenen Jahr insgesamt tief in die roten Zahlen gerutscht. Unterm Strich lag das Konzernergebnis 2008 bei minus 1,12 Milliarden Euro, wie das Unternehmen am Donnerstag in Hannover mitteilte. Dies lag vor allem an einer Milliarden-Abschreibung im Zuge der Übernahme der Siemens-Tochter VDO. Im Jahr 2007 hatte das Ergebnis noch bei plus 1,02 Milliarden Euro gelegen. Angesichts der Krise in der Autoindustrie rechnet Conti im laufenden Jahr mit „erheblichen Restrukturierungsmaßnahmen“.
Das Ergebnis bereinigt um Sondereffekte stieg 2008 im Vergleich zum Vorjahr um 0,2 Prozent auf rund 1,8 Milliarden Euro. Der Umsatz erhöhte sich vor allem wegen der VDO-Übernahme um fast 46 Prozent auf 24,2 Milliarden Euro. Die Netto-Finanzschulden verringerten sich gegenüber dem Jahresende 2007 um rund 373 Millionen Euro auf rund 10,5 Milliarden Euro. Der Schuldenabbau habe weiter oberste Priorität, hieß es.