Obwohl der Fünfer erst nach dem Siebener und dem Fünfer GT auf den Markt kommt, ist er der Entwicklungsträger seiner Gruppe, deren Mitglieder alle im BMW-Werk Dingolfing gefertigt werden. Um Kosten zu sparen, entwickelt das Unternehmen die Fahrzeuge einer Gruppe nicht mehr nacheinander, sondern in Grundzügen parallel. Deshalb werden etwa Motorengröße oder die Auslegung des Antriebsstrangs frühzeitig für die Gruppe festgelegt. "Je später wir Synergien finden, desto teurer wird es“, heißt es bei BMW. Mit der Baukastenstrategie will sich BMW gegen Wettbewerber Audi behaupten, der künftig alle größeren Modelle vom A4 bis zum A8 auf dem Längsbaukasten aufsetzen will. Bei kleineren Modellen profitiert Audi vom modularen Querbaukasten (MQB) der Konzernmutter VW, auf dem der kommende A3 basiert.
BMW will sein neues Backbone-Prinzip künftig bei allen Modellen einsetzen. Eine weitere Gruppe bilden der nächste Einser, der Dreier, das Kompakt-SUV X1 und der Sportwagen Z4. "Diese Plattform wird die zweitgrößte Europas“, so ein BMW-Sprecher. Übertroffen werde sie nur noch von der MQB-Plattform des VW-Konzerns.
Der X1, der im Oktober 2009 auf den Markt kam, wurde "mit Blick darauf entwickelt, was in den Einser und Dreier kommen soll“, so der Sprecher. Eine dritte Gruppe, die nach der Backbone-Strategie entwickelt wird, ist die kommende Generation der Geländewagen X3, X5 und X6, die im US-Werk Spartanburg vom Band laufen. Langfristig verspricht man sich bei BMW über alle Modellreihen hinweg Einsparungen bei den Entwicklungs- und Herstellungskosten in mehrstelliger Millionen-Euro-Höhe.
Für die Tochter Mini ist wegen der zu geringen Stückzahlen keine Backbone-Strategie geplant. BMW will zwar die aktuelle Motoren-Kooperation mit PSA Peugeot Citroën ausbauen, allerdings geht es dabei nur um einen Einkauf von Teilen und Systemen. "Das wird ähnlich laufen wie unsere Zusammenarbeit mit Daimler“, so ein BMW-Manager. Mit den Stuttgartern werden Komponenten wie Türschlösser und Gurtaufroller eingekauft.
Finanzvorstand Eichiner kündigte an, künftig maximal 5,5 Prozent vom Umsatz für die Entwicklung aufzuwenden. Er geht aber davon aus, dass der BMW-Umsatz in den kommenden Jahren steigen wird.