Paris. Der Autobauer Ford lässt in Deutschland das seit 2006 geltende Standortsicherungsabkommen ohne neue Zusicherungen auslaufen. Damit könnte Ford theoretisch auch Dauerarbeitsplätze abbauen. Deutschlandchef Bernhard Mattes sieht diese Gefahr jedoch nicht. "Wir gehen davon aus, dass sich 2011 die Gesamtnachfrage weiter erholen wird," sagte er der Automobilwoche.
Im März 206 hatten Betriebsrat und Geschäftsleitung von Ford in Deutschland ein Abkommen zur Standortsicherung vereinbart. Für die Werke Köln und Saarlouis wurden darin betriebsbedingte Kündigungen bis zum Jahr 2011 ausgeschlossen. Diese Vereinbarung laufe nun im Frühjahr aus, bestätigte Mattes. Eine Verlängerung oder andere Form der Jobsicherung stehe derzeit nicht zur Diskussion. "Die Möglichkeit dazu haben wir immer, aber dafür gibt es derzeit keine Notwendigkeit," sagte der Ford-Manager. Das Kölner Hauptwerk sei mit drei Schichten voll ausgelastet und auch im Werk Saarlouis verlaufe nach den Investitionssicherungsmaßnahmen vom Frühjahr 2009 alles planmäßig. Derzeit bereitet sich das Werk auf den Serienanlauf des neuen Focus auf der C-Plattform vor.
"Wir werden an unserer Strategie, mit hoher Flexibilität auf Nachfrageschwankungen zu reagieren, unverändert festhalten," sagte Mattes. Die beste Sicherung von Arbeitsplätzen seien im übrigen keine Abkommen über feste Mitarbeiterzahlen, sondern gute Produkte und hohe Effizient in der Produktion. Mit dem Start des in Köln-Merkenich entwickelten Focus als Weltauto, das auf drei Kontinenten gleichzeitig in die Produktion gehe, habe Ford-Deutschland in der Ford-Familie nachhaltig gepunktet. "Unser Know How ist ein wesentliches Pfund der Ford Motor Company, das wird dort auch so gesehen," sagte Mattes.