Neuss/Aachen. Subjektive Qualitätsurteile der Automobilkunden können einem Hersteller das Geschäft verderben. Da stößt sich der eine Kunde in spe an einem zu harten Kunststoffgriff, der nächste ärgert sich über einen "fusseligen" Sitzbezug und ein anderer über einen "viel zu heißen" Aluminiumdrehknopf.
Um solche Schwachstellen im Fahrzeuginterieur möglichst zu minimieren sowie frühzeitig und damit kostengünstig auszuschalten, haben Ford-Ingenieure einen wahren Tausendsassa zur objektiven Messung "gefühlter" haptischer Eindrücke entwickelt. Basis ist ein Messroboter der Marburger Firma Battenberg, die auch andere Hersteller und Zulieferer wie VW, Daimler, Opel, Saab, BMW und Conti beliefert.
Die Ford-Forscher versprechen sich von ihrem Messroboter ein besseres Verständnis über subjektive Qualitätseindrücke. Letzlich soll durch eine gezieltere Materialauswahl die Kundenzufriedenheit gesteigert werden, wie Thomas Rübenach, Leiter des Bereichs Methodenentwicklung, beim derzeit stattfindenden Branchenforum "Faszination Kleben“ von 3M in Neuss erläuterte.
Das Ford-Forschungszentrum in Aachen konstruierte einen Roboter mit einem ganzen Arsenal einsetzbarer Sensoren. Die "Robotic Unit for Tactile and Haptic“ (RUTH) besteht aus einem Roboterarm, der mit unterschiedlichen Sensoren bestückt werden kann. Diese Sensoren ermitteln für die Bedienelemente und viele verwendete Innenraum-Materialien Messwerte wie Härte, Klebrigkeit, Reibung, Rauhigkeit, Narbungstiefe, Elastizität, Progression, Rückstellrate, Anfangssteifigkeit und Oberflächentemperatur.