Friedrichshafen. ZF ist zu alter Stärke zurückgekehrt. Beim Zulieferer vom Bodensee wird wieder ordentlich Geld verdient und der Umsatz wird 2010 ein Rekordniveau erreichen. Diese Entwicklung hat das Unternehmen unter anderem dem in den vergangenen Monaten weltweit stark anziehenden Premiumsegment und der sich wieder erholenden Nutzfahrzeugbranche zu verdanken. Aber nicht nur. Vorstandschef Hans-Georg Härter hat gut daran getan, in Zeiten der Krise mit den einhergehenden dramatischen Umsatzeinbrüchen nicht zu stark an der Personalschraube zu drehen. Das Stiftungsunternehmen hat auf zahlenmäßig all zu große Entlassungswellen verzichtet und 2009 die Belegschaft weltweit lediglich um sechs Prozent reduziert, während der Umsatz 2009 gegenüber dem Vorjahr um 25 Prozent eingebrochen war. ZF-Chef Härter lobt in diesem Zusammenhang zu Recht die Bundesregierung, die erst mit dem Instrument der Kurzarbeit einen drastischern Personalabbau bei vielen Unternehmen verhindert hat.
Von der Strategie, die gut ausgebildeten Fachkräfte zu halten, profitiert das Traditionsunternehmen in Zeiten des Aufschwungs nun in besonderem Maße. Und die Mitarbeiter werden wissen, was sie an einem Arbeitgeber haben, der nicht bei jeder konjunkturellen Schwankung panisch mit Entlassungen reagiert. Eine nachhaltige Unternehmensstrategie wird beim Kampf um talentierte Techniker und Ingenieure ein Pfund sein, mit dem ZF wuchern kann.