Stuttgart. Die Verhandlungen des Kolbenherstellers Mahle über einen Einsteig beim Klimatisierungsspezialisten Behr laufen auf Hochtouren. Behr hat 2009 das schwierigste Jahr der Unternehmensgeschichte hinter sich gebracht und kann das Geld des benachbarten Zulieferers gut gebrachen, um die eigene Finanzstruktur zu stärken. Zudem kennen sich die beiden Unternehmen gut. Die Firmenzentralen liegen nur rund einen Kilometer voneinander entfernt und Horst Geidel, Vorsitzender des Behr-Aufsichtsrats, ist auch Aufsichtsrat bei Mahle.
Doch auch für Mahle würde ein Einstieg beim Nachbarn Vorteile bringen. So gewinnt das Thermomanagement – eine Stärke von Behr – im Bereich Antriebsstrang weiter an Bedeutung. Sowohl beim Verbrennungsmotor wie auch beim Elektroauto. Noch liegt eine nennenswerte Durchdringung des weltweiten Automobilmarktes mit Elektrofahrzeugen in weiter Ferne. Mahle tut jedoch gut daran, sich mit Technologien zu positionieren, die nicht nur im klassischen Verbrennungsmotor, wo Mahle seine Stärke hat, eine Zukunft haben. Schließlich weiß niemand genau wie sich der Ölpreis entwickelt und ob dieser doch noch stärker zum Treiber der Elektromobilität wird.