Wolfsburg/Stuttgart. Zuletzt wurde die Kritik an dem bisherigen Porsche-Lenker Michael Macht nicht nur von VW, sondern wurde auch in den eigenen Reihen immer lauter. Die Porsche-Manager kamen mit der ruhigen Art ihres früheren Produktionsvorstands Macht nicht zurecht. Zu lange hatten sie unter Wendelin Wiedeking einen raubeinigen Mann an der Spitze erlebt, der klar und deutlich – manchmal lautstark – sagte, wo's lang ging.
Auch der künftige Porsche-Chef kann auf den Tisch hauen und die Richtung vorgeben. Matthias Müller, 57 Jahre alt, ist ein erfahrener und kluger Stratege – aber auch ein robuster und durchsetzungsstarker Manager. Er gilt als direkt und zielgerichtet, der ähnlich wie VW-Chef Martin Winterkorn sehr fordernd werden kann, wenn's hart auf hart kommt. Heißt im Klartext: Diejenigen, die sich nach Wiedeking zurücksehnten, werden mit Müller gut fahren.
Der gebürtige Chemnitzer Müller stieg 1971 nach dem Abitur in Ingolstadt bei der damaligen Audi NSU Auto Union ein, wo er eine Lehre als Werkzeugmacher begann. Anschließend studierte er Informatik an der Fachhochschule München. Danach zog es ihn sofort wieder zu Audi, wo er schnell zum Leiter Systemanalyse technische Information aufstieg. In der Folge übernahm er die Projektleitungen zahlreicher Neueinführungen im IT-Bereich.