Köln. Die Marktverzerrungen durch die Abwrackprämie in Deutschland und ähnliche Anreize in viele anderen europäischen Ländern werden in diesem und vor allem im kommenden Jahr nach und nach abgebaut. Dadurch werde es erneut deutliche Verschiebungen bei den Gewinnern und Verlierern unter den Fahrzeugherstellern geben, erwartet das Prognoseunternehmen J.D. Power.
Im Prämienjahr 2009 hatten in Westeuropa vor allem die Hersteller günstigerer Volumenfahrzeuge wie Hyundai, Renault-Nissan, Fiat, Ford und teilweise auch noch VW und PSA von den staatlichen Anreizen profitiert. Daimler, BMW, Toyota und General Motors dagegen hatten kräftig an Absatz eingebüßt. 2010 würden Daimler und BWM wieder Boden gut machen, während vor allem Fiat, VW, Toyota und Ford rückläufige Verkaufszahlen verbuchen würden, sagte Poskitt jetzt bei der Frühjahrskonferenz von J.D.Power in Köln (siehe Grafik 1).
2011 werde sich dieses Bild nochmals markant verändern, so Poskitt. Gewinner sei dann vor allem wieder Toyota. Der japanische Autobauer werde sich von seinen weltweiten Rückrufaktionen erholen. Wieder deutlich im Plus sehe er erneut Hyundai, aber auch wieder Ford, Volkswagen und BMW. Zu den Verlierern im Jahr 2011 rechnet Poskitt dagegen Renault-Nissan, Fiat, PSA und Daimler (siehe Grafik 2).
Insgesamt werde der Neuwagenmarkt in Westeuropa erst 2015 wieder auf das Niveau von 2008 kommen, so Poskitt. Er rechnet für 2010 in Westeuropa mit rund 12,4 Millionen Neuzulassungen, davon 2,8 Millionen in Deutschland.