München. Es ist noch nicht all zu lange her, da stand die Schaeffler-Gruppe mit dem Rücken zur Wand. Die Absatzkrise der Fahrzeughersteller hatte die Umsätze der Franken einbrechen lassen und die Schuldenlast nach dem Einstieg bei Conti drohte dem Familienunternehmen die Handlungsfähigkeit zu rauben.
Doch nach dem das Unternehmen kürzlich kapitalmarktfähige Strukturen geschaffen hat und Ruhe im Umgang zwischen Schaeffler und Conti eingekehrt ist, zeigen sich die Franken von der Krise gut erholt. Die unerwartet rasche Erholung der Fahrzeugbranche kommt ihnen dabei genau so zu Hilfe wie ehemals der rasante Absturz der Märkte die Existenz des Unternehmens gefährdet hatte. Schaeffler-Boss Jürgen Geißinger und sein Finanz-Chef Klaus Rosenfeld haben für das erste Halbjahr jedenfalls ein Zahlenwerk präsentiert, dass von einer Rückkehr zu alter operativer Stärke zeugt.
Und dennoch lauern auf den Hersteller von Präzisionsteilen noch einige Gefahren. Zum einen gilt es die Gratwanderung zwischen einem weiteren Schuldenabbau und notwendigen Investitionen in künftige Technologien zu meistern. Und auch bei Themen wie Zinsentwicklung und der nachhaltigen Stabilisierung der Märkte lauern noch einige Unwägbarkeiten. Aber ein Anfang ist gemacht.