Washington/Torrance. Der wegen Massenrückrufen unter Druck geratene Toyota-Konzern bläst in den Vereinigten Staaten zum Gegenangriff. Der japanische Hersteller trat am Montag (Ortszeit) in seinem US-Hauptquartier in Torrence in Kalifornien vor die Presse und beschuldigte einen maßgeblichen Gutachter, die untersuchten Fahrzeuge massiv manipuliert zu haben. In einem englischsprachigen Video (am Ende zum Download bereit) erläutert ein Techniker, wie Toyota das Vorgehen des kritisierten Gutachters einschätzt.
Toyota habe inzwischen "ernsthafte Zweifel an der Gültigkeit, Methode und Glaubwürdigkeit" der von Professor David Gilbert von der Universität Southern Illinois vorgenommenen Demonstrationen über angebliche "unbeabsichtige Beschleunigungen" eines Toyota Avalon, teilte Toyota mit. Die Untersuchungsmethode von Gilbert sei "total unrealistisch" sagte Unternehmenssprecher Mike Michels. Insbesondere habe Gilbert den betreffenden Toyota umfangreich neu verkabelt und auf vielfältige Weise verändert. Solche Veränderungen könnten in einem fahrbereiten Fahrzeug schlichtweg nicht auftreten.
Gilbert hatte die Toyota-Gaspedale untersucht und war zu dem Schluss gekommen, dass diese Pedale unter bestimmten Umständen zu unbeabsichtigen Beschleunigungen" (unintended acceleration) führen können. Diese Ergebnisse hatte der Professor im Februar vor dem mächtigen Sonderausschuss des US-Kongresses dargelegt, vor dem jüngst auch Toyota-Konzernchef Akio Toyoda erschienen war. Der US-Fernsehsender ABC News hatte landesweit über Gilberts Testanordnung und Ergebnisse berichtet.