Genf. Hyundai will seinen Marktanteil weiter ausbauen. Deutschland- Chef Werner Frey peilt für 2015 einen Absatz von 100.000 Fahrzeugen und einen Marktanteil von drei Prozent an. Allan Rushforth, Vizechef von Hyundai Europe, erwartet von seinem wichtigsten europäischen Markt schon 2012 einen Verkauf von 100.000 Einheiten. In Europa strebt Rushforth 2011 einen Marktanteil von drei Prozent an. Die Voraussetzungen sind gut: „Hyundai wird als Marke zurzeit regelrecht entdeckt“, sagt Jürgen Pieper vom Bankhaus Metzler. Die Konzernstrategie – gute Qualität zu vergleichsweise niedrigen Preisen – zeige Wirkung.
2010 verkauften die Koreaner hierzulande 74.287 Autos und erreichten damit einen Marktanteil von 2,5 Prozent. In Europa betrug der Hyundai-Absatz rund 362.000 Einheiten bei einem Marktanteil von 2,6 Prozent. Jetzt wollen Frey und Rushforth den Absatz mit einer Produktoffensive ankurbeln: In Deutschland startet im Sommer die Oberklasselimousine Genesis, bereits im Juni rollt das kleine Sportcoupé Veloster auf die Straßen, die Mittelklassebaureihe i40 folgt im Juli als Kombi und im November als Limousine.
Große Hoffnungen ruhen zudem auf dem kleinen Van ix20, der seit November vergangenen Jahres im Handel ist. „Von ihm wollen wir 2011 rund 10.000 Einheiten absetzen“, sagt Frey. Neue Potenziale möchte sich der Deutschland-Chef auch durch die Erweiterung des Geschäftskundenbereichs erschließen. Bislang ist Hyundai in diesem Segment nur rudimentär vertreten, etwa im Kleinwagenbereich mit der Belieferung von Sozialdiensten und Sicherheitsfirmen. Hyundai erwartet sich einen zusätzlichen Schub von der Fußball- Weltmeisterschaft der Frauen, die im Juni und Juli in Deutschland ausgetragen und von den Koreanern gesponsert wird.
Das Fußball- Engagement wirke sich erfahrungsgemäß positiv auf den Absatz aus. „Der Name Hyundai wurde mit Sportevents klug beworben“, so Analyst Pieper. Der ungestützte Bekanntheitswert der Marke lag in Deutschland 2010 bei 14,5 Prozent, 2009 betrug er 12,6 Prozent. Gar nicht begeistert ist man bei Hyundai über die Einführung der BMW-Submarke i, unter der ab 2013 die Modelle i3 und i8 eingeführt werden.
Die Bayern haben sich die Namen i1 bis i9 schützen lassen – Hyundai bietet bereits den i10, i20, i30 und i40 an. Zurzeit überprüft der Hyundai-Konzern rechtliche Schritte. „Ich verstehe den Unmut, wenn jemand den Markennamen nachmacht“, erklärt Analyst Pieper, der sich über die mangelnde Kreativität von BMW wundert. Allerdings könne die i-Namensgebung von BMW auf den in Europa schwächeren Wettbewerber auch positiv abstrahlen.