München. BMW und Porsche peilen für dieses Jahr Rekordabsätze an. Trotzdem haben sie ein großes Problem: Ihnen fehlen Ingenieure. Das berichtet unsere Schwesterzeitschrift Automotive News Europe. Zurzeit können laut VDI etwa 77.000 Stellen nicht besetzt werden – so viele wie noch nie. Viele Ingenieure treten in den Ruhestand, wenige rücken nach. BMW will an seinem Standort in Leipzig 800 neue Stellen schaffen, wenn das Werk für 400 Millionen Euro erweitert wird, um künftig das Elektroauto i3 und den Hybrid-Sportwagen i8 zu produzieren.
Porsche sucht mehr als 1000 Arbeiter für seine ebenfalls in der Nähe von Leipzig liegende Fabrik, wo der unter dem Arbeitstitel "Cajun“ (für Cayenne Junior) entwickelte kompakte Geländewagen gebaut werden soll. "Bis vor zwei Jahren haben wir kaum von Firmen in der Region gehört, die Probleme hatten, ausgebildete Mitarbeiter zu finden“, sagte Leipzigs Bürgermeister Burkhard Jung. "Aber der Mangel an Ingenieuren scheint jetzt ein Thema zu werden.“ Der Fachkräftemangel könnte die Wettbewerbsfähigkeit von BMW, Porsche Volkswagen und Daimler bedrohen, weil sie die Entwicklung von Elektroautos vorantreiben.Ingenieurmangel behindert Autobauer
Der Mangel an Ingenieuren wird immer mehr zum Problem für die deutsche Automobilindustrie. Teilweise ist sogar schon die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen bedroht.
Suche nach Mitarbeitern außerhalb Deutschlands
Ein Drittel der großen Firmen in Deutschland betrachtet den Fachkräftemangel als ernsthaftes Risiko. Das hat eine Umfrage der DIHK ergeben. "Es ist ein sehr ernsthaftes Problem, das die Forschung und Entwicklung neuer Autos verzögern kann“, sagte VDI-Direktor Willi Fuchs.
Bedarf an neuen Talenten gibt es nur, wenn Audi, BMW und Mercedes ihre Spitzenposition im Luxussegment halten können. BMW will seinen Absatz von derzeit 1,6 auf zwei Millionen Fahrzeuge steigern. Audi und Mercedes wollen die Münchner übertreffen. Deutsche Autobauer sind mittlerweile dazu übergegangen, außerhalb Deutschlands nach Mitarbeitern zu suchen, zum Beispiel auf Wachstumsmärkten wie China und Indien. Zudem arbeiten sie mit Hochschulen zusammen, um neue Talente aufzuspüren. Die Regierung bemüht sich, den Zuzug ausländischer Arbeitnehmer zu erleichtern. Die entsprechenden Gesetzesänderungen werden sich jedoch erst in einigen Jahren bemerkbar machen. (Foto: BMW)
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