Düsseldorf. Die positive Entwicklung der Inlands- und Auslandsmärkte führten die deutschen Autobauer in den Monaten nach der Krise zügiger als gedacht aus dem Tal heraus und belebten auch die Zulieferindustrie. Nach Einschätzung von Ulrich Grillo, Präsident der Wirtschaftsvereinigung Metalle und Vizepräsiden des BDI (Bundesverband der Deutschen Industrie), verschieben sich allerdings die Gewichte auf dem Weltautomobilmarkt in absehbarer Zeit und mit hoher Geschwindigkeit zugunsten Chinas. Dieser Wandel hat Folgen für die internationalen Wertschöpfungsketten und damit für die deutsche Zulieferindustrie. Die globale Präsenz werde daher gerade auch für Zulieferer immer wichtiger.
"Die Zulieferindustrie sieht das Licht am Ende des Tunnels. Allerdings hoffen wir angesichts der Ausgangslage und der vor uns liegenden Herausforderungen, dass es sich dabei nicht um das Licht des entgegenkommenden Zuges handelt.“ beschrieb Grillo auf dem Zulieferforum der Arbeitsgemeinschaft Zulieferindustrie (ArGeZ) in Düsseldorf die Lage der Zulieferer. Bei der ArGeZ handelt es sich um eine Interessengemeinschaft, die rund 8000 vornehmlich mittelständisch geprägte Zulieferer mit rund einer Million Beschäftigten und einem Umsatzvolumen von 215 Milliarden Euro vertritt. Nach einer aktuellen Auswertung der IKB Deutsche Industriebank übertraf im ersten Halbjahr 2010 der Umsatz der deutschen Zulieferer das rezessionsbedingt niedrige Vorjahresniveau um über 40 Prozent. Aufgrund der anziehenden Preise bei vielen Rohstoffen zeigen die Rohertragsquoten allerdings wieder eine rückläufige Entwicklung. Kritisch merkte Grillo an, dass offenbar einige Hersteller nach Überwindung der Krise den Preisdruck auf ihre Zulieferer wieder erhöhen und wirtschaftliche Risiken auf die Lieferanten verlagern.