München. Die Personalberatung Heidrick & Struggles hat für die "Welt am Sonntag“ die Aufsichtsräte der 30 größten börsennotierten Deutschlands untersucht. Anhand der online verfügbaren biographischen Daten hat sie zudem bewertet, wie erfahren und unabhängig die Aufsichtsräte sind. Den letzten Platz in der Rangliste belegt ausgerechnet ein Unternehmen, das sonst häufig an erster Stelle steht: Europas größter Autobauer Volkswagen. Die Berater kritisieren, dass bei den Wolfsburgern immer mehr Macht in den Händen der Eignerfamilien Piech und Porsche konzentriert wird.
Mit der Berufung von Ursula Piech stellen die beiden Familien inzwischen fünf von zehn Aufsichtsräten auf der Kapitalseite – was der erwünschten Unabhängigkeit deutlich entgegensteht. Dass das Gehalt der Kontrolleure in den vergangenen drei Jahren um mehr als 80 Prozent auf 370.000 Euro gestiegen ist, stellt für die Berater hingegen kein Problem dar. Im vergangenen Jahr hatte VW noch Platz 16 belegt. Besser schlugen sich Daimler (Platz 2) und BMW (Platz 9). Beiden haben allerdings im Vergleich zum Vorjahr Plätze verloren – Daimler einen, BMW gleich fünf.Die Zusammensetzung der Aufsichtsräte habe sich insgesamt verbessert, sagte Jens-Thomas Pietralla, Partner bei Heidrick & Struggles. "Insgesamt würde ich mir aber angesichts eines abermals gestiegenen Durchschnittsalters mehr Mut zu einer Verjüngung und zu mehr Internationalität wünschen.“Negative Bewertung für VW-Aufsichtsrat
Einer Studie zufolge hat Volkswagen den schlechtesten Aufsichtsrat aller DAX-Unternehmen. Kritisiert wird vor allem der große Einfluss der Familien Piech und Porsche.
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