München. Für viele der großen deutschen Zulieferer war 2011 ein Jahr der Rekordumsätze und guter Gewinne. Doch die vor allem von Mittelständlern geprägte heimische Zulieferindustrie steht vor großen Herausforderungen.
Was auf seine Partner zukommt skizziert Karl Nowak, Vorsitzender der Geschäftsleitung des Zentralbereichs Einkauf und Logistik, bei Bosch: "Aus heutiger Sicht wird die Zahl unserer Lieferanten mittelfristig weiter sinken. Die Reduzierung der Lieferantenanzahl ist jedoch kein Selbstzweck. Wir wollen vielmehr, abhängig von den Bedarfen in den jeweiligen Segmenten und Regionen, auf ausreichend viele wettbewerbsfähige Lieferanten zurückgreifen können. Letztlich muss sichergestellt sein, dass für eine konkrete Auftragsvergabe der objektiv wettbewerbsfähigste Lieferant den Auftrag bekommt.“ Ähnlich die Einschätzung von Günter Fella, Leiter Einkauf Automotive Continental: "Aufgrund erhöhter Anforderungen an Lieferantenbetreuung und der damit verbundenen Aufwendungen ist es klares Ziel von Continental Automotive das Einkaufsvolumen auf die leistungsfähigsten Lieferanten noch stärker zu konzentrieren.“
Und bei der Kirchhoff Automotive Group befindet man sich schon mitten in einer Konsolidierungsrunde: "Ja, wir wollen die Anzahl unserer Lieferanten deutlich reduzieren“, erklärt Einkaufsleiter Klaus Lawory. Zwischen 2010 und 2013 will das Unternehmen die Anzahl seiner Zulieferer um rund 40 Prozent auf etwa 3000 senken. Auch im Zeitraum zwischen 2013 und 2020 rechnet Lawory "mit einer weiteren Verringerung der Lieferantenanzahl.“ Wer nicht durchs Raster fallen will, sollte auch die Fähigkeit zur Globalisierung mitbringen. Kirchhoff will dabei Hilfestellung leisten. Beispielsweise bei einem Engagement der Lieferanten in China, wenn es um die Suche nach Ansprechpartnern oder einen geeigneten Standort geht.