München. Der Compact Impact Simulator (CIS) der Messring Systembau, einem Hersteller von Crashanlagen aus München, soll Autoherstellern, Zulieferern und anderen Interessenten neue Möglichkeiten eröffnen: Mit dieser Anlage können Fahrzeugkomponenten wie Gurte, Airbags, Sitze oder Dachträger genau und reproduzierbar getestet werden – und das ohne komplette Crashtestanlage und damit selbst auf vergleichsweise kleinem Raum.
Der CIS ist ein besonders kompaktes Schlittensystem, welches über ein Servoventil und einen hydraulisch angetriebenen Ausstoßkolben einen Versuchsschlitten auf bis zu 65 km/h beschleunigen kann. Der Schlitten wird in einem Schienensystem geführt und über eine verschleißfreie Bremse kontrolliert abgebremst.Mit dem CIS kann man problemlos eine Vielzahl der standardisierten Tests, wie den Whiplash-Test (Heckcrash) nach den Vorschriften von EuroNCAP und der amerikanischen NHTSA ausführen.Testanlage der nächsten Generation
Ein weiterer großer Vorteil des CIS ist laut Messring die bereits integrierte M=BUS Messtechnik, die direkt am Beschleunigungsschlitten befestigt ist und genaueste Ergebnisse zur Auswertung an die Steuer-Software weiterleitet. Die am CIS verwendete Messtechnik besteht aus einem Beschleunigungssensor und bewährter 8 Kanal M=BUS PRO Messtechnik, die jede noch so kleine Bewegung aufzeichnen. Neben der präzisen Messtechnik ist auch Crashsoft enthalten, die Referenz-Steuersoftware für Prüfanlagen und Messtechnik. Sie verbindet die vielfältigen Einstellungsmerkmale der Anlage und stellt die Resultate für den Anwender am PC einfach und verständlich dar. Das Gesamtsystem arbeitet völlig automatisch und kann von nur einer Person autark gesteuert werden. Die Zeitspanne zwischen zwei Tests liegt durch die volle Automatisierung des CIS bei unter zehn Minuten, sodass eine hohe Testfrequenz garantiert ist. Das Gesamtsystem besticht dabei durch seine beachtlichen Leistungsdaten, trotz der geringen Anlagenabmessungen.
Die benötigte Fläche für die komplette Anlage umfasst gerade einmal 18 m x 2,2 m x 1,5 m. Diese geringen Abmessungen machen es möglich, dass der Simulator in viele Testräume und sogar Bereiche passt, in denen man sonst aus Platzgründen keine Schlittenversuche durchführen könnte. Eine Eigenschaft, die den CIS ideal für alle Anwender macht, die eine bestehende Anlage nachrüsten und keine separate Halle für die Testanlage bauen wollen oder können. Ein weiterer Vorteil: Der CIS kann viel schneller installiert werden und ist weit weniger kostenintensiv als eine neue komplette Crashanlage oder klassische Schlittenanlage.Ähnlich wie beispielsweise im High-End-Fahrzeug- oder Flugzeugbau werden auch bei den Schlitten von Messring hochwertige, extrem leichte Carbonmaterialien eingesetzt, um möglichst hohe Geschwindigkeiten auf der kurzen Beschleunigungsstrecke zu realisieren. Die maximale Geschwindigkeit liegt bei 65 km/h. Insgesamt können auf dem Schlitten des Simulators maximale Zuladungen von bis zu 1000 kg erreicht werden. Neben den gesetzlich vorgeschriebenen Standardpulsen können aber auch sehr dynamische Fahrzeugpulse realisiert werden.